und Schlaf überwältigt lagen. So war es jedoch keineswegsmit Quentin Durward. Das Bewußtsein, daß er allein imBesitz der Mittel sei, den von der Mark im Gefechte zu un-terscheiden, — die Erinnerung, durch wen er zu dieser Kennt-niß gekommen war, und die schöne Vorbedeutung, die erdaraus zog, daß sie ihm eben durch sie mitgetheilt worden,—der Gedanke, daß ihn sein Geschick zwar zu einer höchst ge-fährlichen und ungewissen Krisis geführt hatte, doch aber zu einersolchen, wo ihm wenigstens die Hoffnung blieb, als Siegerdaraus hcrvorzugehen, verscheuchten jede Neigung zum Schlafeund stärkten seine Nerven mit Kraft, die der Ermüdung trotzte.
Auf des Königs ausdrücklichen Befehl auf den äußerstenPunkt zwischen den französischen Quartieren und der Stadtgestellt, ein gutes Stück rechts von der Vorstadt, die wir er-wähnt haben, schärfte er sein Auge, um die Masse zu durch-dringen, welche vor ihm lag, und strengte sein Ohr an, umden leisesten Ton aufzufangen, der ihm irgend eine Bewegungin der belagerten Stadt andeutcn könnte. Allein ihre großenGlocken hatten nach und nach drei Uhr nach Mitternacht ver-kündigt, und Alles blieb still und schweigend wie das Grab.
Endlich, als Quentin schon glaubte, der Angriff werdebis Tagesanbruch verschoben werden, und sich freute, daß esdann hinreichend hell sein wurde, um den schrägen Balkenüber der Lilie von Orleans zu unterscheiden, meinte er in derStadt ein dumpfes Getöse zu vernehmen, wie wenn aufge-störte Bienen sich zur Vertheidigung ihrer Körbe regen. Erhorchte — das Geräusch dauerte fort, allein es ließ sich dabeiso wenig ein besonderer Ton und Klang unterscheiden, daßes dem Murmeln des Windes unter den Zweigen eines fer-nen Waldes glich, oder auch dem Rauschen eines vom letztenRegen geschwollenen Stroms, der sich mit mehr als gewöhn-