ich merke an Eurem Blicke, daß ich einen bereitwilligen Botengefunden habe. — Und nun noch ein Wort — ich vergaß zusagen, daß Ihr im Kissen meines Sattels eine reiche Goldbörsefinden werdet, um derentwillen ich mein Leben an ein Aben-teuer wagte, welches mir so theuer zu stehen kam- Nehmt fieund macht Euch hundertfältig für die Gulden bezahlt, die Ihr diesengemeinen Bluthunden gabt — ich mache Euch zu meinem Erben."
„Ich will fie zu guten Werken anwenden und zu Messen fürdas Wohl deiner Seele," sagte Quentin.
„Nenne das Wort nicht wieder," sagte Hapraddin, indemsein Gesicht einen schrecklichen Ausdruck zeigte; „es gibt — essoll nicht, es kann nicht ein solches Ding geben! — es ist einTraum, von Pfaffentrug erfunden."
„Unglückliches — höchst unglückliches Wesen! denke besser!— laß mich schnell einen Priester besorgen — diese Leute wer-den noch etwas länger zögern — ich will es ihnen bezahlen"sagte Quentin — „was kannst du erwarten, wenn du mitsolcher Gesinnung und ohne Buße stirbst?"
„In die Elemente aufgelöst zu werden," sagte der verhärteteAtheist, seine gefesselten Arme gegen die Brust drückend; „meinHoffen, Vertrauen und meine Erwartung ist, daß der gehcimniß-volle menschliche Leib in die allgemeine Masse der Natur verschmol-zen wird, um in andern Gestalten wieder hergestellt zu werden,womit sie täglich diejenigen ersetzt, die täglich verschwinden, umin andrer Form wiederzukehrcn, — die Waffertheilchen werdenStröme und Regen, die Erdtheilchen bereichern ihre Mutter, dieErde, die Lufttheile verschwimmen im Winde, und die feurigen er-höhen den Glanz des Aldeboran und seiner Brüder — in diesemGlauben Hab' ich gelebt und in ihm will ich sterben! — Drum gehehinweg, und belästige mich nicht weiter! — Ich habe das letzteWort gesprochen, das sterbliche Ohren von mir vernehmen sollten!"