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6 (1851) Quentin Durward
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weit ausgeglichen hatten, so erprobte, wie es in solchen Fällenhäufig geschieht, einer der untern Agenten ihrer Ränke dietraurige Wahrheit der politischen Maxime, daß die Großen,wenn sie oft schlechte Werkzeuge nöthig haben, dies vor derWelt dadurch gut zu machen suchen, daß fie jene ihrem Schick-sal überlassen, sobald fie dieselben nicht länger brauchbar finden.

Dies war Hapraddin Maugrabin, der, nachdem er von desHerzogs Dienern dem Generalprofoß des Königs übergebenworden war, den Händen der beiden treuen Gehilfen des letz-tern, Trois-Echelles und Petit-Andrö überantwortet ward, umohne Zeitverlust hingerichtet zu werden.

Zwischen diesen Beiden (deren Einer Allegro, der AnderePenseroso spielte) und gefolgt von einigen Wachen und einemgroßen Pöbelhaufen, schritt er, (um eine moderne Vergleichunganzuwenden: wie Garrick zwischen Tragödie und Lustspiel,) demnahen Walde zu, wo, um sich die Errichtung eines Galgens undähnliche Ceremonien zu ersparen, die Vollender seines Schicksalsentschlossen waren, ihn an den ersten besten Baum zu knüpfen.

Bald fanden fie eine Eiche, die, wie fich Petit-Andre witzigausdrücktc, wohlgeeignet war, eine solche Eichel zu tragen;und als sie den armen Sünder unter hinlänglicher Bewachungauf eine Bank gesetzt hatten, begannen fie aus dem Stegreifdie Vorbereitungen zu der Schlußkatastrophe. In diesem Au-genblick gewahrte Hapraddin unter der Menge den jungenQuentin Durward, welcher in den Zügen des entdeckten Be-trügers die seines treulosen Wegweisers wieder erkannt zu ha-ben glaubte und der Menge gefolgt war, um der Hinrichtungbeizuwohnen und sich von der Identität der Person zu über-zeugen.

Als die Henker Hapraddin benachrichtigten, daß Alles be-reit sei, bat er mit großer Ruhe um eine einzige Gnade.