Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

151

ist es wahr, daß ich mich in der äußersten Gefahr des Einflusses be-diente, den mir mein vermeinter Charakter »ab, um die GräfinIsabelle zu retten, mein eignes Leben zu schützen und so viel alsmöglich die Mordlust zu bändigen, die sich bereits durch eine soschreckliche That kund gethan hatte. Ich wiederhole und will meinLeben dafür zum Pfände setzen, daß ich vom König von Frankreichkeinen Auftrag irgend einer Art in Bezug auf die Einwohner Lüt-tichs hatte, und noch weniger Instructionen, sie zur Meuterei zureizen; und wenn ich mich endlich meines vermeintlichen Charak-ters bediente, so handelte ich gleich einem Manne, der um sich zuschirmen, im Augenblicke der höchsten Bedrängniß.ein Schildergreift und cs braucht, so wie ich allerdings that, um michund Andere zu vertheidigen, ohne erst zu fragen, ob ich ein Rechtauf die Wappenbilder hatte, die es zeigte."

Und darin," sagte Crevecoeur, der jetzt nicht länger zu schwei-gen vermochte, handelte mein junger Begleiter und Gefangenermit eben so viel Muth als Geistesgegenwart; und sein Verfahrenkann billigerweise dem König Ludwig nicht zum Tadel gereichen."

Ein Beifallsgemurmcl lief jetzt durch die Reihen des versam-melten Adels, welches für die Ohren König Ludwigs eben so er-freulich, als für Karl ärgerlich war. Er schaute zornig umher, undjene allgemein von so vielen unter dem höchsten Adel und den weise-sten Räthen ausgesprochne Gesinnung hätte ihn vielleicht nicht ab-gehalten, seinem heftigen und despotischen Gemüthe nachzugcben,Hätte nicht Comincs die drohende Gefahr dadurch verhütet, daßer plötzlich einen Herold von der Stadt Lüttich ankündigte.

Ein Herold von Webern und Nagelschmiden?" rief der Her-zogdoch, laßt ihn sogleich vor. Bei unsrer Frau, von diesemHerold will ich mehr über seiner Absender Hoffnungen und Pläneerfahren, als mir dieser junge französisch-schottische Kriegersagen zu wollen scheint!"