Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

118

denken Habe, dann Ha-e ich ein gutes Mittel für den Hoch-mut- des Herzens. Es besteht nur darin, auf ein gewissesverfallenes Gemach zu blicken, Herr Philipp, und an den TodKarls des Einfältigen zu denken; und dies heilt mich so gründ-lich und schnell, wie ein kaltes Bad das Fieber. Und nun,mein Freund und Rathgeber, willst du gehen? Wohlan, HerrPhilipp, die Zeit muß kommen, wo du müde sein wirst, demStier von Burgund Lehren der Staatsklugheit zu geben, wel-cher unfähig ist, deinen einfachsten Bernunftgrund zu begreifen.Lebt Ludwig von Valois dann noch, so hast du einen Freundam französischen Hofe- Ich sage dir, mein Philipp, es würdeein Segen für mein Reich sein, wenn ich dich erwerben könnte;denn du besitzest, bei großem Scharfsinn in Staatssachen, auchein Gewissen, welches den Unterschied zwischen Recht und Un-recht fühlen kann. So wahr mir unser Herr, die heiligeJungfrau und St. Martin helfen möge, Oliver und Baluehaben Herzen, so hart wie ein Mühlstein; und mein Lebenwird durch Gewiffensgual und Bußen für die Verbrechen ver-bittert, welche mich jene begehen ließen. Du, Herr Philipp,der du die Weisheit vergangener und gegenwärtiger Zeit be-sitzest, vermagst zu lehren, wie man groß werden kann, ohnevom tugendhaften Wege zu weichen."

Eine schwere Aufgabe, die Wenige lösen können," sagteder Historiker;aber sie liegt noch stets in dem Bereiche derFürsten, die darnach streben. Indessen, Sire, macht Euch be-reit auf eine sofortige Zusammenkunft mit dem Herzog."

Ludwig sah Philipp lange nach, als dieser das Gemachverlassen hatte, und endlich brach er in ein bitteres Gelächteraus-Er sprach vom Angeln ich Hab' ihn heimgeschickt,gleich einer Forelle, die angebissen hat! Und er hielt sichfür tugendhaft, weil er kein Geld nahm, sondern sich mit