Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
92
Einzelbild herunterladen
 

als ob eine Gemiithsbewegung ihn aufrege oder ein fernerSchall ihn vom Schlaf erwecke; die mißvergnügten, wilden,bullenbeißerartigen Mienen des Gencralprofoß, welcher aus-sah, wie

'Voll Mißmulh hier,

Nicht halb begnügt, und noch voll Mvrdbegier"

während man im Hintergründe das heuchlerische Gesicht desTrois-Echelles erblickte, dessen Augen gen Himmel gerichtetwaren, als ob er innerlich seine Gebete spräche; und das grim-mig drollige Gesicht Petit-Andre's, welcher sich damit unter-hielt, die verzerrten Geberden seines Kameraden vor'm Ein-schlafen nachzuahmen.

Mitten unter diesen gemeinen und unedeln Gesichtern konntesich nichts vortheilhafter auszeichnen, als die stattliche Form,die hübsche Gcsichtsbildung und die Achtung gebietenden Zügedes Astrologen, welcher einem der alten Magier zu vergleichenwar, der, in einer Räuberhöhle gefangen, im Begriffe ist, einenGeist zu seiner Befreiung hcrbeizurufen- Und fürwahr, wäreer auch durch nichts sonst ausgezeichnet gewesen, als durch dieSchönheit des stattlichen und üppigen Bartes, welcher auf diegeheimnißvolle Rolle in seiner Hand herniederfiel, so wäre eSverzeihlich gewesen, wenn man bedauerte, daß eine so edleZierde einem Manne verliehen sei, welcher seine Gelehrsamkeitund seine Rednertalente, so wie seine majestätische Gestalt nurzu den gemeinen Zwecken eines Betrügers anwandte.

So verstrich die Nacht imGraf Herberts Thurm" imSchlosse zu Peronne- Als der erste Strahl der Frühdämmerungin das altcrthümliche gothische Gemach fiel, rief der KönigOliver vor sich, welcher den Monarchen in seinem Schlafrockfitzend fand und über die Veränderungen staunen mußte, die