„Eure Majestät mag nicht zweifeln, daß ich Alles verrichte, wassich mit meinem Gewissen verträgt, welches ich, zu meiner eignenBequemlichkeit und für den Dienst Eurer Majestät, zu einer artigenWeise ausdehnen kann — wenigstens weiß ich, daß ich einige Tha-ten für Eure Majestät gethan, die von der Art sind, daß ich lieberein Stück von meinem eignen Schwert hintereffen wollte, eh'ich sie für irgend einen andern gethan haben möchte."
„Laß das gut sein," sagte der König; „und hör' an —wenn Galeotti eingelassen und die Thür hinter ihm geschlos-sen ist, so nimm deine Waffe zur Hand und bewache den Ein-gang von der innern Seite des Gemachs. Laß keinen ein-dringen — das ist Alles, was ich von dir verlange. Ge-setzt, und schicke den Generalprofoß zu mir."
Balafrö verließ das Zimmer, und in der nächsten Minutetrat Tristan l'Hermite von der Halle herein.
Willkommen, Gevatter," sagte der König; „was sagst duzu unserer Lage?"
„Was sich von verurtheilten Männern sagen läßt," ant-wortete der Generalprofoß, „es wäre denn, daß uns der Her-zog Aufschub gäbe."
„Aufschub oder nicht, er, der uns in diese Falle gebrachthat, soll als unser Fourier nach jener Welt gehen und dortWohnungen für uns bestellen," sagte der König mit hämischem,grausamen Lächeln. „Tristan, du hast so manchen Akt der Ge-rechtigkeit vollzogen — tinis — ich sollte wohl sagen l'unis —eoroiutt Opus. Du mußt mir zu diesem Ende beistehn."
„Ich will's, mein König," sagte Tristan; „ich bin nur einschlichter Kerl, aber ich bin dankbar- Ich will meine Schuldigkeitin diesen Mauern wie anderswo thun, und so lang ich lebe, sollEurerMajestätHauch eben so mächtig einVerdammungsurtheil an-deuten, und Euer Spruch solleben so buchstäblich vollzogen werden.