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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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kannt mit den Gewohnheiten und dem Charakter des Hunde-geschlechts, aus irgend einem Grunde Verlangen trägt, dasVertrauen eines Ungeheuern Bullenbeißers zu gewinnen, derihn argwöhnisch betrachtet und geneigt ist, ihn bei dem erstenZeichen von Mißtrauen zu zerreißen. Der Bullenbeißer knurrtleise, sträubt sein Haar und zeigt die Zähne, scheut sich jedochauf den Ankömmling loszusvringen, der zu gleicher Zeit sofreundlich und vertrauend scheint; und daher duldet das Thierseine Annäherung, die es jedoch keineswegs friedlich stimmt,indem es vielmehr eifrig auf die geringste Gelegenheit späht,die cs berechtigen durfte, dem Freund an die Kehle zu fahren.

Ohne Zweifel merkte der König an der veränderten Stimme,dem erzwungenen Betragen und den besonderen Geberden desHerzogs, daß er ein bedenkliches Spiel zu spielen habe, undvielleicht bereute er mehr als einmal, daß er es unternom-men. Aber die Reue kam zu spät, und es blieb ihm nichtsweiter übrig, als jene unnachahmliche Gewandtheit und Poli-tik, die der König zum mindesten eben so gut inne hatte, alsder gewandteste, der je lebte.

Das Benehmen, dessen sich Ludwig gegen den Herzog be-diente, glich ganz dem freundlichen Herzensergüsse in einemAugenblicke aufrichtiger Versöhnung mit einem geschätzten underprobten Freunde, dem er durch zufällige Umstände entfrem-det war, die nun ausgeglichen sind und eben so schnell ver-gessen als entfernt werden. Der König tadelte sich, daß erden entscheidenden Schritt nicht eher gethan, um seinen freund-lichen und guten Vetter durch ein solches Zeichen des Ver-trauens zu überzeugen, daß die Mißhelligkeiten, welche zwi-schen ihnen stattgefunden, nichts bedeutend für ihn erschienen,wenn er sie mit der Freundschaft vergliche, die er während sei-ner Verbannung aus Frankreich und bei der Ungnade seines-