wenigen Juwelen, die ich bewahrt habe, ein ruhiges Lebenführen dürfte, vergessend des Looses, zu dem ich geboren ward.— Könntet Ihr mir den Schutz einer würdigen Matrone des Lan-des versprechen — eines Freiherrn, dessen Herz so zuverlässig wiesein Schwert — das wäre in der That eine Aussicht, werth, michdafür dem sernern Borwurfe des WeiterwandernS auszusetzen."
Es lag so viel Zartgefühl in der bebenden Stimme, mitwelcher Isabelle dies aussprach, daß es Quentin zugleich mitFreude erfüllte und ihm doch auch durch's Herz schnitt. Erzögerte einen Augenblick, eh' ec antwortete, indem er hastigbei sich zu Rathe ging, ob es nicht möglich sei, ihr in Schott-land Schutz zu verschaffen; aber eS drängte sich ihm eine trau-rige Wahrheit auf, daß es eben so schlecht als grausam seinwürde, ihr eine Aussicht zu eröffnen, zu deren Verwirklichungihm Macht und Mittel gänzlich fehlten- „Fräulein," sagte erendlich, „ich würde ganz gegen meine Ehre und Rittcrpflichthandeln, wenn ich zugäde, daß Ihr einen Plan auf den Ge-danken bautet, als sei ich im Stande, Euch in Schottland einenandern Schutz zu gewähren, denn den des geringen Armes,der jetzt an Eurer Seite ist- Kaum weiß ich, ob mein Blutnoch in den Adern irgend Jemandes fließt, der in meiner Hei-mat- lebt. Der Ritter von Jnnerquharity stürmte unser Schloßzur Nacht, und brachte Alles um, was meinen Namen trug.Käm' ich wieder nach Schottland, so wären meine Erbfeindezahlreich und mächtig, ich ein schwacher Einzelner; und wolltemir auch der König Gerechtigkeit widerfahren lassen, er dürftenicht wagen, um einer einzigen armen Person das angethaneUnrecht zu vergüten, einen Häuptling zu reizen, der mit fünf-hundert Rossen zu Felde zieht."
„Ach!" sagte die Gräfin, „also ist kein Winkel auf der Weltvor Unterdrückung sicher, da sic selbst so ungezügelt unter jenen