IIO
men Glaubens, selber eine Pilgerfahrt zu den drei Königennach Cöln in eigner Person, vorausgesetzt, daß die gegenwär-tige Reise derjenigen, über deren Sicherheit er jetzt wachte,von jenen ebenso einsichtvollen und königlichen, als auch heiligenPersonen zu gewünschtem Ende geführt würde.
Um diese Verbindlichkeit mit aller Feierlichkeit einzugehn, er-suchte er den Bruder, ihn in eine der vielen Kapellen zu füh-ren, die sich nach dem Schiff der Klosterkirche öffneten, und hierbekräftigte er auf den Knien und mit aufrichtiger Frömmig-keit das Gelübde, das er im Herzen gcthan hatte. Die fernenTöne im Chor, die Feierlichkeit der todtcn stillen Nachtstunde,die er für diese andächtige Handlung gewählt hatte, die Wir-kung der glimmenden Lampe, womit das kleine gothische Ge-mach erleuchtet war — Alles trug dazu bei, Quentins Gemüthin den Zustand zu setzen, wo es seine menschliche Schwachheitbereitwillig anerkennt, und die übernatürliche Hilfe und Be-schützung sucht, die, bei jeder Religion, mit Reue für vergangeneSünden und mit Entschlüssen zu künftiger Besserung erkauft wer-den muß. Daß der Gegenstand seiner Andacht nicht recht gewähltwar, war nicht die Schuld Quentins; und da sein Vorsatz aufrich-tig war, so können wir glauben, daß er auch der einzig wahrenGottheit angenehm war, welche die Beweggründe, nicht die For-men des Gebets berücksichtigt, und in deren Augen die aufrichtigeAndacht eines Heiden mehr gilt, als die Heuchelei eines Pharisäers-
Nachdem er sich und seine hilflosen Gefährtinnen den Heili-gen und dem Schutze der Vorsehung empfohlen hatte, begab sichQuentin endlich zur Ruhe, und verließ den Mönch sehr erbautdurch die Tiefe und Aufrichtigkeit seiner Andacht-