Erstes Kapitel.
Die Rolandshalle.
Man malt Cupido blind — hat Hymen Augen?Bedecken jene Brillen sein Gesicht,
Die Vater, Vormund oder Freund ihm leiht.Daß er durch sie die Ländereien und Güter,Juwelen, Gold und andre Mitgift schaut.
Und deren Werth zehnfach vergrößert sehe? —Die Frage dünkt mich schwierig.
DaS Elend der crzwungnen Ehe.
Obwohl Ludwig XI. von Frankreich unter allen Fürsten Eu-ropa's am meisten von seiner Macht eingenommen und ameifersüchtigsten auf dieselbe war, so lag ihm doch einzig amwirklichen Wesen derselben; und obwohl er die Obliegenheiten,die seinem Range gebührten, sehr wohl kannte und zuweilenstreng auf ihre Erfüllung hielt, so vernachläßigte er im Allge-meinen doch alles äußere Gepränge.
Einen Fürsten von bessern moralischen Eigenschaften würdedie Leutseligkeit, mit welcher er Unterhaneu an seine Tafel zog,ja, sich auch wohl gelegentlich an die ihrige setzte, bedeutendpopulär gemacht haben; und selbst so wie er war, versöhntendie schlichten Manieren des Königs diejenige Klaffe seiner Un-terthanen mit vielen seiner Laster, welche den Folgen seinesArgwohns und seiner Eifersucht nicht geradezu ausgesetzt waren.Der tiers öl-tt oder die Gemeinen von Frankreich, welche sichunter der Regierung dieses scharfsinnigen Fürsten zu Wohl-Quentiu Durward. u. 1