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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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mittel diente. AIS sich die Schildwache zwischen diesen beidenEingängen einsam hin und her bewegte, wurde sie auf einmalvom Ton einer Musik ergriffen, die dicht an einem dieser Ein-gänge zu ertönen begann, und die, in des Lauschenden Einbildungwenigstens, eine Vereinigung derselben Laute und Stimme zusein schien, welche ihn am vorigen Tage so sehr bezaubert hatte.Alle Träume des gestrigen Morgens, so sehr geschwächt durch dieergreifenden Umstände, in welche er seitdem gerathen, erwachtenauf's Neue um so lebhafter aus ihrem Schlummer, und an denOrt gebannt, wo sein Ohr am besten die Töne in sich einsaugenkonnte, blieb Quentin, das Gewehr auf der Schulter, den Mundhalb offen, Ohr, Auge und Seele nach dem Orte gewendet, mehrwie das Bild einer Schildwache stehn, als wie eine lebendige,ohne irgend einen andern Gedanken, als den, womöglich jeden ent-schwebenden Ton der süßen Melodie aufzufangen.

Diese entzückenden Töne wurden aber nur theilweise gehörtsie starben hin, zitterten, entschwebten völlig, und erneuerten sichnur dann und wann in unbestimmtenZwischenräumen. Aber außer-dem, daß die Musik, gleich der Schönheit, oft um so entzückender,wenigstens interessanter für die Phantasie ist, wenn ihre Reize nurtheilweise enthüllt werden und der Einbildungskraft das zu er-gänzen überlassen bleibt, was sich nur unvollkommen und aus derFerne zeigt, hatte Quentin auch Stoff genug, während der Zwi-schenräume der Bezauberung sein Nachdenken gehörig zu beschäf-tigen. Ihm blieb nach dem Berichte seiner Kameraden und nachder Scene, welche diesen Morgen im Audienzzimmer stattgefun-den hatte, kein Zweifel, daß die Sirene, die seine Ohren so sehrbezauberte, keineswegs, nach seiner profanen Vermuthung, dieTochter oder Verwandte eines elenden Gastwirths, sondern dieverkleidete und unglückliche Gräfin sei, derenwillcn der König unddie Fürsten eben im Begriff waren, die Waffen zu ergreifen. Tau-