eines Geheimenraths, der gezwungen ist, seinem Fürsten zu-zuhören und zu antworten, während jeder frische Sprung sei-nes unbändigen Pferdes ihn in eine neue und immer bedenk-lichere Attitüde versetzt —sein violetenes Gewand flog wehendnach allen Richtungen, und nichts sicherte ihn vor einem jähenund gefährlichen Falle, außer die Tiefe des Sattels und seineHöhe vorn und hinten. DunoiS lachte ohne Rückhalt; wäh-rend der König, der auf besondere Weise seinen Spaß inwen-dig zu genießen pflegte, ohne laut zu lachen, seinem Ministermilde Vorwürfe machte wegen seiner heftigen Leidenschaft fürdie Jagd, die ihm nicht erlaube, wenige Minuten den Ge-schäften zu widmen. „Ich will Euren ungestümen Lauf nichtlänger hindern," sagte er dann, den erschrockenen Cardinal an-redend, während er zugleich sein eignes Pferd anspornte.
Bevor Balue ein Wort der Erwiderung oder Entschuldi-gung Hervorbringen konnte, nahm sein Pferd das Gebiß zwi-schen die Zähne und stürzte im unaufhaltsamen Galopp fort,bald den König und Dunois hinter sich lassend, die in gere-gelterem Schritt folgten, und sich an des Staatsmanns trau-riger Lage ergötzten. Wenn einer unsrer Leser einmal einensolch' unwillkürlich heftigen Ritt machen mußte (wie wir selbererlebt haben), so wird er eine genügende Idee haben von derPein, Gefahr und Lächerlichkeit der Situation. Jene vier Beinedes Quadrupeden, die keineswegs unter des Reiters Herrschaft,manchmal nicht einmal unter der des Thiers stehen, dem sienoch näher angehören, fliegen dann auf solch' eine Weise, alsob die hintersten die vordersten zu überholen gedächten — danndie anklammernden Beine des Zweifüßlers, die wir so innigauf die grüne Erde zu setzen wünschen, die aber nun dasElend nur vermehren, indem sie die Seiten des Thicres pres-sen, — die Hände, welche den Zaum mit der Mähne vertauschten