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6 (1851) Quentin Durward
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denja, ist es so? Will unser alter Vasall den Herrn so spie-len? unser lieber Vetter behandelt uns so unfreundlich?Nun denn, Dunois, so müssen wir die Oriflamme entfaltenund rufen Denis ziontjoie!"

Ja und Amen, und zur glücklichsten Stunde!^ sagte derkriegerische Dunois; und die Garden im Saale, die unmög-lich demselben Antriebe widerstehen konnten, rührten sich gleich-falls jeder auf seinem Posten, so daß ein leiser aber deutli-cher Klang klirrender Waffen gehört wurde. Der König warfsein Auge stolz umher und zeigte sich für einen Augenblickseinem heldenmüthigen Vater gleich.

Aber die Aufregung des Augenblicks wich alsbald dem Heerepolitischer Betrachtungen, welche, in diesem Falle, einen offenenBruch mit Burgund vorzüglich gefahrvoll erscheinen ließen. Ed-ward IV-, ein tapferer und siegreicher König, der in eignerPersonin dreißig Schlachten gefochten hatte und jetzt auf dem Thronevon England saß, war der Bruder der Herzogin von Burgundund wartete, wie sich vermuthen ließ, nur auf einen Bruch zwischenseinem nahen Verwandten und Ludwig, um durch das immer of-fene Calais jene Waffen nach Frankreich zu tragen, die in den eng-lischen Bürgerkriegen siegreich gewesen waren, und so die Erinne-rung an den einheimischen Zwiespalt durch die populärste aller Un-ternehmungen bei den Engländern, durch einen Einfall in Frank-reich, vergessen zu machen. Zu dieser Betrachtung kam noch dieungewisse Treue des Herzogs der Bretagne und andere wichtigeGegenstände der Ueberlegung. Als daher, nach einer tiefen Pause,Ludwig wieder sprach, so geschah es zwar in dem nämlichen Tone,aber in anderm Geiste.Gott verhüte," sagte er,daß etwas Ge-ringeres als die Nothwendigkeit uns, den allerchristlichsten König,veranlassen sollte, Christenblutzu vergießen, wenn noch irgend et-was ohne Entehrung solch' Unglück abzuwenden vermag. Das