Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
58
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An dem Ufer des erwähnten Baches, welches demjenigendem sich der Reisende näherte, gegenüber lag, schienen zweiMänner, die in tiefem Gespräche begriffen sein mochten, vonZeit zu Zeit seine Bewegungen zu beobachten, denn da ihrStandpunkt weit höher lag, konnten sie ihn schon in beträcht-licher Entfernung bemerken.

Das Alter des jungen Reisenden mochte etwa neunzehnZahr oder zwischen neunzehn und zwanzig sein, und sein Aeuße-rcs, wie seine Person, die beide sehr einnehmend waren, ge-hörten gleichwohl dem Lande nicht an, in welchem er sich jetztbefand. Sein kurzer grauer Rock und die gleichen Beinkleiderwaren eher von flämischem als französischem Schnitt, währenddie spitze blaue Mütze, mit einem Distelzweig und einer Adler-feder, bereits die schottische Kopfzierde erkennen ließen. SeineKleidung war sehr nett, und mit der Sorgfalt eines jungenMannes geordnet, der es weiß, daß er hübsch ist. Auf demRücken trug er ein Ränzchcn, welches einige nöthige Gegen-stände zu enthalten schien, an der linken Hand einen Falkcn-handschuh, obwohl er keinen Vogel mit sich führte, und in derrechten einen starken Jagdstock. Ueber seine linke Schulter hingeine gestickte Schärpe, woran sich eineTasche vonScharlachsammtbefand, wie es damals die vornehmen Falkenjäger trugen, umdas Falkenfutter darin zu bewahren, und noch andere Gegen-stände, die zu dieser dazumal gepriesenen Jagdlust gehörten.Darüber hing kreuzweis ein zweites Schulterband, woran einJagdmesser oder couteau cke cliasse hing. Statt der großenStiefeln jenerZeit trug erHalbstiefeln von halbgarem Hirschleder.

Obwohl seine Gestalt ihre volle Kraft noch nicht erreichthatte, war er doch groß und rüstig, und die Leichtigkeit des Schrit-tes, mit der er nahte, zeigte, daß ihm seine Fußwanderung mehrzum Vergnügen als zur Lust gereichte. Seine Gesichtsfarbe war