aufgelöset werden sollte. Ich bestehe darauf, dem Glendinning indieser Sache zu Willen zu sein — ich habe mein Wort daraus ge-geben. Die Kriege, an welchen ich Lheil genommen, haben mancheFamilie in's Unglück gestürzt; ich will nun sehen, ob ich nichtwenigstens eine glücklich machen kann. Es gibt Jungfrauen undGüter genug in Schottland. Ich verspreche Euch, mein edlerBundesgenosse, der junge Bennygask soll eine reiche Frau haben."
„Gnädiger Herr," nahm Warden das Wort, „Ihr sprechtals ein edler Mann und als ein Christ. Leider ist dieß ein Landdes Hasses und des Blutvergießens. Laßt uns nicht aus demselbendie letzten Spuren sanfter häuslicher Liebe verbannen. Und Ihr,Gnädiger Herr von Morton, seid nicht so begierig nach Reichthumfür Euren edlen Verwandten, denn Ihr seht ja, daß Zufriedenheitim Ehestand nicht daran geknüpft ist."
„Wenn Ihr auf mein häusliches Unglück anspielt," sprachMorton, dessen Gemahlin von ihm um ihres Vermögens undRanges willen geehelicht und wahnsinnig war, — „dann soll dasKleid, weiches Ihr tragt, und die Freiheit, oder vielmehr Keck-heit, Eures Standes Euch nicht vor meinem Zorn schützen."
„Ach edler Herr," erwiderte Warden, „wie empfindlich undreizbar ist doch unsere Selbstliebe! Wenn wir Prediger im Eiferunseres hohen Berufes auf die Fehltritte unserer HerrscherinHinweisen, wer lobt dann unsere Kühnheit mehr, als der edleMorton! Berühren wir aber den wunden Fleck an ihm, welchervornehmlich der Behandlung bedürfte, so fährt er entsetzt undungeduldig und zornig vor dem treuen Arzte zurück."
„Genug hiervon, guter und ehrwürdiger Herr," sprach Murray,„Ihr überschreitet die Gränzen der Klugheit, die Ihr selber soeben empfohlen habt. — Wir stehen jetzt vor dem Dorf, und derstolze Abt ist an der Spitze seines Schwarmes ausgezogen. Ihr,Warden, seid ein guter Fürsprecher für ihn gewesen, sonst würde