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4 (1851) Das Kloster
Entstehung
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Zeiten sich nicht mit Nachfragen übereilen dürfe, und als er nacheiner langen Tagreise am späten Abend ein kleines Dorf erreichthatte, begann er zweifelhaft und ängstlich zu werden in Betreffdes Ausganges seiner Wanderfahrt.

In armen Ländern herrscht meist Gastfreiheit. Halbert that da-rum nichts Ungewöhnliches oder Erniedrigendes, als er in demDorf um ein Nachtlager bat. Das alte Weib, an welches erdiese Bitte stellte, gewährte dieselbe um so bereitwilliger, da sieeinige Aeynlichkeit zu entdecken glaubte zwischen Halbert undihrem Sohn Alexander, welcher in einem der, zu jener Zeit sohäufigen Gefechte umgckommen war. Freilich war Alexander einkurzer, vierschrötiger Bursch gewesen mit rothem Haar, sommer-fleckigem Gesicht und etwas dachsmäßigen Beinen, während derFremde braun, schlank und auffallend schön gebaut war. Nichts-destoweniger war die Wittwe darüber im Reinen, daß im All-gemeinen Aehnlichkeit herrschte zwischen ihrem Gast und ihremSander, und drang freundlich in ihn, an ihrem Abendessen Theilzu nehmen. Ein wandernder Krämer, ein Mann von etwa vier-zig Jahren, war ebenfals ihr Gast und sprach sehr rührend überden Jammer, solch ein Geschäft, wie das seine, in kriegerischenund unruhigen Zeiten treiben zu müssen.

Wir halten viel von Rittern und Söldnern," sprach er;aber der Handelsmann, der das Land durchwandelt, braucht mehrMuth als sie Alle. Daß Gott erbarm, er hat mehr Gefahrenauszustehen. Da bin ich hieher gekommen in der Hoffnung, derGnädige Herr Graf von Murray würde unterwegs nach derGränze sein, denn er war angesagt bei dem Freiherrn von Avenel,und statt dessen kommt die Nachricht, daß er westwärts gezogenist wegen einer Lauserei in Ayrshire. Und jetzt weiß ich nicht,was ich thun soll. Denn geh' ich nach Süden ohne Bedeckung,so ist der erste beste Reiter, der mir begegnet, im Stand und