„In Sicherheit, ja," sprach der Reiter, „und in solchenEhren, als ihr bei ihrem Ausreisen geblieben ist. Ich wünscheEw. Ehrwürden, wohl zu leben, ich muß zu Pferd vor demHahnenschrei."
„Was? im Finstern? Wie willst Du wissen, welchen WegDu einzuschlagen hast?"
„Ich habe die Hufspur des Ritters bis an die Furt verfolgt,als wir heut Abend zusammen herunterritten," antwortete Ehri-stie, „und ich habe gemerkt, daß ihre Richtung sich nach Nordengewand hat. Es ist eine kenntliche Hufspur; „ich will daraufschwören, das Eisen ist vom alten Eckie von Cannobie gemacht."Und damit ging er ab.
„Gehässige Nothwendigkeit, die uns zwingt, solche Werkzeugeanzuwendcn!" sprach der Pater, ihm nachblickend. „Allein welcheWahl bleibt uns, die wir von allen Seiten und von Menschenjeglicher Art angegriffen werden? — Doch jetzt zu meinemdringendsten Geschäft."
Der erwählte Abc setzte sich nieder, Briefe zu schreiben, Be-fehle auszufertigen und die ganze Last einer Anstalt auf sich zunehmen, welche ihrem Einsturze zuwankte, und er that es mitdem stolzen hingehenden Muth des Befehlshabers einer aufsAcußerste gebrachten Festung, der überlegt, welche Mittel ihmnoch bleiben, die verhängnißvolle Stunde eines erfolgreichen Stur-mes hinauszuschieben. Mittlerweile siel Abt Bonifacius, nacheinigen natürlichen Seufzern um den Verlust der so lange ge-nossenen Hoheit, in festen Schlumer und überließ alle Sorgen undMührn des Amtes seinem Beistand und Nachfolger.
Anmerkung zum achten Kapitel.
Die luderes, enritas und gesottenen Mandeln, von welchenAbt Bonifacius spricht, waren besondere Gelegenheiten, sich gut-