hat, angesehen ich hoffe, daß er nach mir die Insul und den Stabtragen werde, welche ich jetzo niedcrzulegen gedenke."
„Im Namen Unserer Lieben Frauen, übereilt Nichts, Gnä-diger Herr!" sprach Pater Niclas. „Ich erinnere mich, wie derwürdige Abt Jngelram in seinem neunzigsten Jahre — denn ichversichere Euch, er konnte sich noch der Absetzung Benedict's desDreizehnten erinnern — wie er krank und bettlägerig war, undwie die Brüder ihm ins Ohr raunten, er lhäte besser, sein Amtnicderzulegcn. Und was sagte der lustige Mann? Ei er sagte,so lange er noch seinen kleinen Finger krumm machen könnte,wollte er den Stab damit festhalten."
Der Küster machte ebenfalls dringende Vorstellungen gegendie Entschließung seines Oberen und schrieb seine vorgeschützteUnfähigkeit seiner natürlichen Bescheidenheit zu. Der Abt hörtezu in trübem Schweigen; selbst Schmeichelei konnte nichts überihn gewinnen.
Pater Eustachius stimmte einen edleren Ton an, welcher denAbt verwirrte und niederdrückte. „Gnädiger Herr Abt," spracher, „wenn ich Nichts geredet habe von den Tugenden, mit wel-chen Ihr dieß Haus verwaltet habt, so glaubt deswegen nicht,daß ich sie nicht erkenne. Ich weiß, nie hat ein Mensch zuEurer hohen Würde den aufrichtigeren Wunsch mitgcbracht, allerWelt wohlzuthun; und wenn Eure Regierung nicht mit denglänzenden Zügen prangt, welche zuweilen Eure geistliche Vor-fahren ausgezeichnet haben, so sind Euch dagegen auch ihre Fehlerfremd geblieben."
„Ich hätte nicht gedacht," sprach der Abt, einigermaßenverwundert den Subprior anblickend, „ich hätte nicht gedacht,daß gerade Ihr, Pater Eustachius, mir diese Gerechtigkeit wider-fahren lassen würdet."
„In Euerer Abwesenheit," versetzte Eustach, „habe ich cs in