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4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
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Hopser pfiff, eine Sarabande summte. Endlich bemerkte sie, wie ersich niederlegte und schnell sein Gebet hermurmelte, und es dauertenicht lange, so hatte sie Grund zu glauben, er sei fest eingeschlafen.

Jetzt betrachtete sie nochmals ihr Unternehmen unter den ver-schiedensten Gesichtspunkten. Die ruhige Betrachtung der damitverbundenen Gefahren leitete sie auf das Aussinnen passender Mit-tel, ihnen zu begegnen. Liebe und Mitleid» Gefühle, von denenjedes für sich das weibliche Herz so mächtig anregt, waren hiervereint und gaben ihr Muth zu dem gefährlichsten Wagstück.

Es war ein Uhr nach Mitternacht. Alles im Thurm schlief,mit Ausnahme Derer, welche die Bewachung des Engländers über-nommen hatten. Wenn etwa Kummer und Unwohlsein den Schlafvon dem Lager der Dame Glendinning und ihrer Pflegetochter ver-scheuchte, so waren diese zu sehr in ihren Schmerz versunken, umauf das zu horchen, was sich außerhalb ihres Gemaches vernehmenließ. Mit Hülse eines in dem Kämmerlein befindlichen Feuerzeugszündete das Müllcrmädchen ein Lämpchen an. Zitternden Schrit-tes und bebenden Herzens öffnete sie die Thür, welche sie von demGemach des Ritters trennte, und fast hätte sie ihren Vorsatz aufge-geben, als sie sich dem schlafenden Gefangenen gegenüber sah. Siewagte kaum, ihn anzublicken, wie er dalag, in seinen Mantel ge-wickelt und fest schlafend auf seinem Feldbett; sie wandte die Augenweg, als sie ihn sanft am Mantel zupfte. Er regte sich nicht, bissie abermals und zu dritten Mal an seinem Gewand gezogen hatte.Endlich blickte er auf und, betroffen über die Erscheinung, wollteer einen Ausruf des Staunens thun. Da überwand BesorgnißGretel's Verschämtheit. Sie legte den Finger auf den Mund zumZeichen, daß er das tiefste Stillschweigen beobachten müsse, unddeutete auf die Thür, ihn zu erinnern, daß er bewacht sei.

Herr Piercie Shafton sammelte sich und setzte sich in seinemBette auf. Er blickte mit Staunen auf die anmuthige Frauen-