Druckschrift 
4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

176

derreißet, was uns im Wege ist. Absonderlich paßt es uns hierim Süden in unseren Kram, denn cs ist unser Handwerk, dieWelt umzukehrcn, und wir führen das schönste Leben, wenn dasUnterste zu oben ist "

Warden wollte entgegnen; aber der Freiherr ließ ihm keineZeit dazu, sondern schlug mit dem Heft seines Dolches auf denLisch und rief;He, Ihr trägen Spitzbuben, geschwind unserAbendmahl herbei! Seht Ihr nicht, daß dieser heilige Mann,durch Mangel an Speise erschöpft ist? Habt Ihr jemals voneinem Prediger oder Prister gehört, der nicht seine fünf Mahl-zeiten den Tag verschlingt?"

Die Knechte gingen geschäftig ab und zu und brachtenschnell auf etlichen großen dampfenden Schüsseln mächtige Stückegekochten und gebratenen Rindfleisches, aber ohne Gemüse undfast ohne Brod, wiewohl in einem Körbchen am oberen Endedes Tisches einige Hasenkuchen lagen. Julian fing eine ArtEntschuldigung gegen Warden an.

Ihr seid Unserer Sorgfalt empfohlen, Herr Prediger, (dennso nennt Ihr Euch) durch eine Person, welche wir höchlich ehren."

Ich bin versichert," sprach Warden,daß der HochedleHerr"-

Still, Alter," unterbrach ihn Julian.Wozu Namen nen-nen, wenn wir uns doch verstehen? Ich wollte bloß von wegenEuerer Sicherheit und Gemächlichkeit reden, wofür zu sorgen, Unsanempfohlen ist. Also was Eure Sicherheit betriffr, so betrachtetmeine Mauern und mein Wasser. Aber was Euere Gemächlich-keit anlangt, so haben wir kein eignes Korn, und die Mehlsäcke derSüdländer lassen sich nicht so leicht herüberbringen, wie ihreRinder, angesehen sie keine Beine haben. Aber das macht Nichts.Einen Krug Wein sollst Du haben und das vom besten, Dusollst sitzen zwischen Katharine und mir am Ende des Tisches. Und