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unglückselige Geschichte; vielleicht kann mein grauer Kopf Rathund Hülfe finden für Dein junges Leben."
„Ach!" sprach Halbert, „wie mögt Ihr Euch über meineNiedergeschlagenheit wundern? Ich bin jetzt ein Flüchtling auSmeines Vaters Haus, fern von meiner Mutter und von meinenLieben, und auf meinem Haupte ist das Blut eines Mannes,welcher mich nur mit leeren Worten beleidigt hat, und dem ichso blutig vergolten habe. Mein Herz sagt mir jetzt, daß ich übelgethan habe; es müßte härter sein, als diese Felsen, könnte cs ruhigden Gedanken ertrage», daß ich diesen Mann ohne Beichte undAbendmahl zur Ablegung seiner letzten Rechnung gesandt habe!"
„Halt inne, mein Sohn," sprach der Wanderer. „Daß DuGottcS Ebenbild in Deinem Nächsten geschändet — daß DuStaub zu Staub gesandt hast in eitlerem Stolz, das ist allerdings«ine schwere Sünde; — daß Du ihm die Frist geraubt hast, welcheihm der Himmel vielleicht zur Buße verstattet hätte, das macht sienoch tödrllcher. Doch für alles das ist Balsam in Gilcad."
„Ich versteh' Euch nicht, Vater," versetzte Halbert, veiwun-dert über den feierlichen Ton, welchen sein Gefährte annahm.
Der Greis fuhr fort: „Du hast Deinen Feind erschlagen —das war eine grausame Thal; Du hast ihn vielleicht in feinenSünden sterben lassen — das erschwert Deine Schuld erschreck-lich. Folge nun meinem Rath, und laß Dir angelegen sein, stattdessen, den Du vielleicht dem Reiche Satans überliefert hast,einen Andern aus der Gewalt des Bösen zu reißen."
„Ich verstehe Euch Vater," sprach Halbert; „Ihr wollt, ichsoll meine Uebereilung gut machen dadurch, daß ich Etwas zumSeelgerette meines Gegners thue. Aber wie ist das anzufangcn?Ich habe kein Geld, Messen zu bezahlen. Gern wollte ich bar-fuß nach dem gelobten Land wallfahrten, um seine Seele auSdem Fegfeuer zu erlösen, wenn nur"-