97
so getragen werden konnten, daß sie unter den Waden zusammen-gefalket waren, — damals die allgemeine Fußbekleidung der Jagerzum Schutz gegen Dornen und Spitzen.
Schwerer'ist es zu beschreiben, in welcher Weise des jungenGlendinnina Seele durch seine Augen sprach, als er so plötzlichin die Gesellschaft derer gebracht wurde, die er von frühester Jugendan gewöhnt war, mit einer heiligen Scheu zu betrachten und zuverehren. Die Verlegenheit, welche sich bei ihm zeigte, hattenichts Sklavisches an sich und ging nicht soweit, daß er die Fassungverloren hätte. Sie war nichts weiter, als das Gefühl eines hoch-herzigen kühnen, aber ganz unerfahrenen Jünglings, der zum erstenMal in den Fall kommt, für sich zu denken und zu handeln insolcher Gesellschaft und unter solchen unvortheilhaften Umständen.Sein Verhalten zeigte nicht die leiseste Spur von Vorwitz odervon Acngstlichkeit, welche ein Freund hätte wegwünschcn mögen.
Er kniete nieder und küßte des Abtes Hand, stand auf, tratzwei Schritte zurück und verbeugte sich achtungsvoll im Kreiseumher, sanft lächelnd, als ihm der Subprior, welcher allein ihnpersönlich kannte, crmuthigend zunickte, — errökhend, als er demängstlichen Blick Mariens von Avenel begegnete, die bange derFeuerprobe cntgcgcnsah, welcher ihr Pflegbrudcr unterworfenwerden sollte. Schnell erholte er sich von der Verwirrung, inwelche die Begegnung ihres Blickes ihn versetzt hatte, und standruhig da, wartend, bis es dem Abt gefiele, zu sprechen.
Seine freie Miene, seine edle Gestalt und anmuthige Haltungverfehlten nicht, die Geistlichen, vor welchen er stand, für ihneinzunehmen. Der Abt blickte umber und warf seinem Rathgeber,Pater Eustachius, einen gnädigen und billigenden Blick zu, obwohler sonst wohl hätte geneigt sein mögen', die Stelle eines Bogen-trägers oder Försters für sich allein und ohne Zuziehung desSubprior zu besetzen, wäre es auch nur, um zu zeigen, daß erKloster >i. 7