85 ,
lassen und ihnen einige freundliche Worte wegen der ihm gewor-denen guten Aufnahme zu sagen.
Der dampfende Ziemer stand jetzt auf der Tafel. Ein schnee-weißes Tellertuch ward vom Tafcldccker mit gebührender Ehrer-bietung unter dem Kinn des Abtes befestigt/ und Nichts fehlte,um das Mahl zu beginnen, als die Gegenwart von Herrn PiercieShafton. Endlich erschien er, strahlend wie die Sonne in einemfleischfarbenen Sammetwams, geschlitzt und mit Silberstoff aus-"gepufft; sein Hut nach dem neusten Muster/ mit einem Bandvon Goldschmiedsarbeit umzogen; um den Hals eine goldene Kettemit einem Medaillon, so reich besetzt mit Rubinen und Topasen,daß man des Eigenkhümers Aengstlichkeit um sein Geräthe nichtlediglich der Putzsucht zuschreiben konnte. . ""
„Wir haben auf Herrn Piercie Shafton gewartet," sprachder Abt, eilends Platz nehmend in dem großen Sessel, welchen'der Küchenmeister rasch an den Tisch schob.
„Ich bitte Ew. Hochwürden Gnaden um Verzeihung," ant-wortete der Ausbund von Höflichkeit; „ich habe mir nur so vielZeit genommen, um meine Reithaut abzulegen, und eine etwasglättere Gestalt anzunehmen, wie sic sich in dieser hochachtbarenGesellschaft ziemt."
„Ich kann nicht anders, als Eure Artigkeit loben, HerrRitter," versetzte der Abt, „und eben so Eure Klugheit in derWahl der Zeit, um so geschmückt zu erscheinen. Wäre diese hüb-sche Kette an einem gewissen Ort auf Eurer jüngsten Wanderschaftzum Vorschein gekommen, wahrlich dann hätte der rechtmäßige Ei-gcntyümcr in den Fall kommen können, Abschied von ihr zu nehmen.
„Diese Kette meint Ew. Hochwürden?" cntaegnete HerrPiercie. „Sie ist wirklich nur ein Tand, eine Kleinigkeit, einunbedeutendes Ding, das gar Nichts gleich sieht auf diesem Wams.Ah! wenn ich das dunkelbraune von schwerem genueser Sammet,