„Setze mich in Stand, meine verpfändete Ehre einzulösen,"rief Haibert, „mache mir möglich, meinem stolzen Nebenbuhlerden Hohn zurückzugeben, den er gegen mich gerichtet hat, undlaß das Uebrige gehen wie es will. Kann ich nicht Rache nehmen,nun dann werd' ich ruhig schlafen und Nichts von meiner Schmachwissen."
Die Erscheinung ließ nicht auf eine Engegnung warten:
„Will Piercie Shafton auf sich blähn.
Dann laß ihn dieses Zeichen sehn.
Es neigt sich die Sonne zum Himmelspol;
Gewahrt ist Dein Wunsch. Nun lebe wohl."
Während sie diese Worte sprach, zog sie aus ihrem Haareine silberne Nadel, um welche es gewickelt war, und gab sieHalberten. Darauf schüttelte sie ihre Locken, daß sie wie einSchleier um ihre Gestalt fielen. Die Umrisse dieser Gestalt flössenallmähliz in einander, wie ihr wallendes Haar, ihr Ansehenward blaß wie der Mond im ersten Viertel, ihre Gesichtszügewurden unkenntlich, und sie zerging in der Luft.
Gewohnheit macht uns auch mit Wundern vertraut. Immerhinfühlte der Jüngling, als er sich bei der Quelle allein sah, dieselbeGcmüthsbewegung, wenn auch in geringerem Maße, wie beimvormaligen Verschwinden der Erscheinung. Ein lebhafter Zweifelstieg in ihm auf, ob es geheuer sei, sich der Gabe eines Geisteszu bedienen, welcher gar nicht behauptete, zur Klaffe der Engelzu gehören und, wer weiß, von viel schlimmerer Herkunft war,als er gestehen wollte. „Ich will," sagte er, „mir Edwardendavon sprechen; der ist gelehrt und kann mir sagen, was ichthun soll. — Aber nein — Edward ist ängstlich und behutsam,— Ich will die Wirkung ihrer Gabe an Htrrn Piercie Shafton