nicht mehr Deine Nähe und bin nicht mehr gleichgültig gegenUnterweisung." Als er diese Worte aussprach, ward die Gestaltdes weißen Fräuleins allr.iählig wieder so deutlich, wie anfangs,und was fast zu einem unkenntlichen, farblosen Schemen zusam-mengcschwunden war, nahm jetzt wieder einen Schein von Kör-perlichkeit an, bei welchem freilich die Farben weniger lebhaftund die Umrisse weniger scharf waren, als bei anderen Erdenbe-wohnern — wenigstens kam es Halbert so vor. „Willst Du meineBitte gewähren, schönes Fräulein," fuhr er fort, „und mirdas heilige Buch in Bewahrung geben, um welches Marie Ave-nel so oft geweint hat?"
Das weiße Fräulein antwortete:
„Dein Jagen höhnte mein Vertrauen,
Auf Flattersinn könnt' ich nicht bauen-Verspätest Du Dich über Gebühr:
Schlaf außen oder erbrich die Thür-Für Dich hat einst ein Stern gebrannt;
Sein Einfluß schwindet und abgewandtSein Lauf ist Beständigkeit einzig und MuthKann Dir wicdergewinnen das köstliche Gut-"
„Ich bin cin Faullenzer gewesen, Fräulein," enrgegnete derjunge Glendinning; „jetzt sollst Du finden, daß ich mit verdop-peltem Eifer vorwärts strebe. Seit Kurzem haben andere Ge-danken meine Seele, andere Empfindungen mein Herz erfüllt —und beim Himmel! hinfort sollen andere Beschäftigungen meineZeit ausfüllen. Heute habe ich Jahre durchlebt — als cin Knabebin ich hcrgekommen, als eia Mann will ich hcimkehren, als einMann, der nicht nur mit Menschen verkehren kann, sondennmit Allem, was Gott ihm sichtbar werden läßt. Erfahren willich den Inhalt des grheimnißvollen Buches, erfahren warum dieFrau von Avenel es hochschätztc, warum die Priester es fürchtetenund stehlen wollten, warum Du es zwei Mal ihren Händen ent-