Der Subprior seinerseits halte auch keine Lust, einen unnöthigcnBruch zwischen dem Stift und einem Menschen wie Julian vonAvcncl zu veranlassen. Er sah, daß Mäßigung sowohl, wie Fe-stigkeit nöthig war, um die wankende Sache der römischen Kirchezu halten, und daß, im Gegensatz zu früheren Zeiten, gegenwär-tig die Streitigkeiten zwischen Geistlichkeit und Laien gewöhnlichzum Bortheil der Letzteren ausgingen. Deshalb wollte er fer-nerem Streit durch seine Entfernung Vorbeugen, vergaß abernicht, sich in Besitz des Buches zu setzen, welches der Küster denAbend zuvor mitgenommen hatte, und welches auf so wunder-bare Weise in die Schlucht zurückgcbracht worden war.
Edward, der jüngere von Elspelh's beiden Knaben machtegroße Einwendungen gegen die Wegnahme des Buches. Mariewürde wahrscheinlich desgleichen getha» haben; aber sie war jetztin ihrer Schlafkammer mit Tibb, welche ihre schwachen Kräfteaufbot, das Fräulein wegen des Todes ihrer Mutter zu trösten.Zur Bertheidigung ihres Eigcnthums erhob sich der jüngereGlendinnkng und erklärte mit einer Entschiedenheit, wie man sienoch nie an ihm bemerkt hatte: jetzt, wo die liebe Gnädige Fraulodt fei, gehöre das Buch Marien, und Niemand anders, als siedürfe es haben.
„Aber, liebes Kind," sprach der Pater sanft, „wenn es keinBuch ist, das sich zum lesen für Marien eignet, so wirst Dudoch nicht wollen, daß sic es behält?"
„Die Gnädige Frau hat es gelesen," versetzte der jungeKämpe für Eigenthum, „also kann es nicht schlimm sein. Esdarf nicht weggenommen werden. — Wo steckt nur Halbere?-gewiß horcht er auf die Eisenfresser-Geschichten des lustigen Chri-stie. Sonst will er immer fechten und jetzt ist er nicht bei der Hand."
„Ei Edward, Du wirst doch nicht mit mir fechten wollen,einem Priester, und alten Mann?"