Druckschrift 
4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
135
Einzelbild herunterladen
 

135

Klostercinkünfte. Der Küster hat vorgeschlagen, ein Boot inGang zu setzen, aber der Wart, der, wie Du weißt, ein gott-loser Mann ist, hat geschworen, der Teufel solle ihn zerreißen,wenn er nicht das Boot Planke für Planke in Stücke bräche,Las man auf dein Wasser seines Herrn in Gang setzen wollte.Drum sagen denn einige, wir sollen den Anspruch abkaufen durcheine kleine Geldsumme." Der Abt hielt einen Augenblick inne,damit Eustach seine Meinung sagen möchte. Da dieser aberstumm blieb, fuhr er fort!Was denkst du dazu, Pater Eustachius?Warum schweigst Du?"

Weil ich betroffen bin über die Frage, welche der HerrAbt dem Jüngsten seiner Brüder stellt."

Jüngst nach der Zeit Eures Aufenthaltes bei uns," sprachder Abt,nicht jüngst in Jahren noch in Erfahrung, denk'ich auch Subprior dieses Stiftes."

Ich bin erstaunt," fuhr Eustach fort,daß der Abt diesesehrwürdigen Hauses irgend Jemanden fragen kann, ob er dasErbe unserer göttlichen Schutzheiligen veräußern, ob er einemgewissenlosen, vielleicht ketzerischen Landherrn gegenüber die Rechteaufgeben darf, welche dessen frommer Vorfahr dieser Kirche ver-liehen hat. Päpste und Concilien verwehren es, die Ehre derLebenden, das Heil der abgeschiedenen Seelen verbietet eses darf nicht sein. Vor der Gewalt, wenn sie dieselben anzu-wenden wagen, müssen wir uns beugen, ober nie dürfen wirgutwillig das Kirchengut plündern lassen mit so wenig Bedenk-lichkeit, als wie er eine Heerde englischer Rinder wegtreibenwürde. Erhebt Euch, ehrwürdiger Vater, und zweifelt nicht,die gute Sache wird siegen. Wetzt das geistliche Schwert undwendet es wider die Gottlosen, so unsere heiligen Rechte antastenwollen; wetzt im Norhsall das weltliche Schwert und stacheltden Muth und Eifer Eurer getreuen Unterthanen auf."