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Maulthier! Mein Maulthier! — Ich verweile hier keinen Augen-blick länger. Wohl gethan hast Du, Dame, daß Du dicß ge-fährliche Buch in meine Hände gelegt hast."
„Es ist also Zauberei oder Teufelswerk?" fragte Elspekhin großer Aufregung.
„O behüte Gott," sprach der Mönch, sich bekreuzend, „esist die heilige Schrift. Aber sie ist in die Sprache des Volksübersetzt und-darum nach der Bestimmung der heiligen katholischenKirche ungeeignet, in der Hand eines Laien zu sein."
„Aber die heilige Schrift ist doch mitgetheilt zu unser AllerSeligkeit," warf Elspeth ein. „Guter Pater, Ihr müßt meineUnwissenheit besser unterweisen. Mangel an Einsicht kann jakeine Todsünde sein, und ich meines Theils möchte gern dieheilige Schrift lesen können."
„Ja freilich möchtest Du," entgegnete der Mönch. „Geradeso suchte auch unsere Mutter Eva die Erkcnnkniß von Gut undBöse zu erlangen, und so kam die Sünde in die Welt, und durchdie Sünde der Tod."
„Ganz gewiß, und das ist wahr!" sprach Elspeth. O hättesie doch den Rath von Sanct Peter und Sanct Paul befolgt!"
„Hätte sie das Gebot des Himmels geehrt," — sprach derMönch — „der ihr Leben, Dasein und Glück verliehen hat, aberunter Bedingungen, wie sie seinem heiligen Willen gemäß sind.Ich sage Dir Elspeth: Das Wort tödtet, das heißt der Textfür sich, gelesen mit ungeübtem Auge und ungeweihten Lippen.Er ist gleich einer starken Arznei. Der Kranke, der solche nachVorschrift des kundigen Arztes nimmt, erlangt Genesung, weraber auf eigne Hand damit verfahren will, kommt um durcheigne Schuld."
„Gewiß, gewiß," rief das arme Weib, Ew. Ehrwürdenmuß das am beßten wissen."
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