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Mißverständniß sein, wenn man eine vollkommen treue Schilde-rung der Oertlichkciten erwarten wollte, darum weil Melrose imAllgemeinen für Kennaquhair gelten kann, oder weil seine Zug-brücke, sein Mühlendamm und andere Srücke zu den Beschrei-bungen im Kloster stimmen. Der Verfasser halte nicht die Ab-sicht ein Landschaftsgemälde rreu nach der Natur zu liefern,sondern ein Bild, zu welchem ihm eine Gegend, wo er heimischsst, einzelne Hauptzügc lieferte. So ist die Ähnlichkeit des er-dichteten Glendeary mit dem wirklichen Allenlhal keineswegs ge-nau, denn der Verfasser hatte nicht die Absicht, beide als Einsdaizustellen. Dies werden Alle finden, welche die wirkliche Be-schaffenheit des AUepthals kennen, und sich die Mühe genommenhaben, die Beschreibung des erdichteten Glendeary zu lesen. Indieser ist der Fluß dargestcllt, als durchströmend ein romantischesThal, bald links bald rechts sich wendend, ohne einen Fleck zuberühren, der eine Spur von Anbau trüge, als entspringend inder Nähe eines einsamen Thurmes, der Wohnung eines Vassalsder Kirche und des Schauplatzes verschiedener im Roman er-zählter Begebenheiten.
Der wirkliche Allen hingegen drängt sich zwar in den so-genannten namenlosen Grund einer romantischen Schlucht voneiner Seite zur andern, gleich einer von den Banden wiederholtabspringcnden Billardkugel, und gleicht in diesem Theil seinesLaufes dem Strom von Glendeary, dagegen wieder weiter auf-wärts breiter, und das Thal enthält ansehnliche Strecken wirth-baren Bodens, welcher keineswegs von den fleißigen Landleutender Umgegend vernachlässigt wird. Was man an seinem oberenEnde erblickt, ist zwar auffallend, aber keineswegs übereinstim-mend mit der Schilderung in dem Roman. Denn statt des ein-samen festen Hauses oder Gränzvertheidigungsthurmes, wie ihnnach der Erzählung Dame Glendinning bewohnt haben soll, zei-