verstorbenen Mutter Lonisa Gonzago, und gebührt dirmit vollem Rechte. Wir wollen einander vergeben," schloß er,„da wir einander nie wieder sehen werden." Dies; geschahauch wirklich; denn der ältere Mertonn, gegen den nie eineAnklage vorgebracht wurde, verschwand, als Clevelands Schick-sal entschieden ward, und man glaubte, daß er sich in einfremdes Kloster zurückgezogen habe.
Clevelands Schicksal wird ganz kürzlich ans einem Briefeklar werden, den Minna zwei Monate nach dem Abgänge desHalcyo» von Kirkwall erhielt. Die Familie war eben in Burgh-Westra versammelt, und Mordannt auf einige Zeit ein Mitgliedderselben, da der guteUdallar die Thätigkeit nie genug belohnenzu können glaubte, mit der er sich der Vertheidignng seiner Töch-ter unterzogen hatte. Norna, welche von ihrer augenblicklichenGeistcszerrüttung wieder zu sich selbst gekommen war, befandsich als Gast in der Familie, und Minna, deren Aufmerksamkei-ten für dieses unglückliche Opfer geistiger Täuschung nnermüdetwaren, saß neben ihr, auf jedes Kennzeichen der zurückkehrendenVernunft lauschend,als der erwähnteBriefihr eingehändigt wurde.
„Minna," lautete er, „thenerste Minna! Lebe wohl, undauf immer. Glaube mir, ich meinte es nie schlecht mit dir, nie.Von dem Augenblicke, wo ich dich kennen lernte, faßte ich denEntschluß, mich von meinen verhaßten Gefährten loszureißen,und entwarf tausend Pläne, welche alle so in den Wind zersto-ben sind, wie sie es verdienten- — Denn warum, oder wie solltedas Schicksal eines so lieblichen, reinen und unschuldigen We-sens, mit dem eines so schuldbedeckte» verkettet werden? —Ich will nicht mehr von diesen Träumen reden. Die starreWirklichkeit meiner Lage ist bei weitem milder, als ich erwarteteoder verdiente, und das wenige Gute, was ich that, hat in denAngen ehrliebender und barmherziger Richter das viele Böse