„Daß Ihr Minna Troil nimmer wieder aussucht, und dieseKüsten binnen vierundzwanzig Stunden verlasset," antworteteNorna.
„Das ist unmöglich," erwiderte der Capitain; „ich kannmich so schnell nicht mit den nöthigen Vorräthe» versehen."
„Ihr könnt es. Ich werde dafür sorgen, daß Ihr reichlichversehen werdet. Loithneß und die Hebriden sind nicht weitentfernt — Ihr könnt absegeln, wann Ihr wollt."
„Und warnm sollte ich dicß," fragte der Capitain, „wennich nicht will?"
„Weil Euer längerer Aufenthalt Andern Gefahr bringt undEuch selbst in's Verderben führen muß," sagte Norna. „Hörtmich aufmerksam an. Von dem ersten Augenblicke, wo ich Euchbesinnungslos auf dem Sande am Fuße der Klippen von Sum-bnrgh liegen sah, las ich auf Eurem Gesichte, daß Euch mit mirund mit denen, die mir thener sind, ein Band verbände: ob dießaber zum Guten oder zum Bösen sei, war meinen Augen verbor-gen. Ich half Euer Leben retten-Euer Eigenthnm Euch erhal-ten. Ich half dabei eben dem Jünglinge, dem Ihr in seinentheuersten Neigungen in den Weg getreten seid, in den Weggetreten durch Klätscherei und Verleumdung."
„Ich Mertoun verleumden?" rief der Capitain aus; „beimHimmel, ich habe seinen Namen in Burgh-Westra kaum genannt,wenn Ihr darauf anspielt. Der hanstrende Kerl, Bryce, der mirwahrscheinlich einen Freundschaftsdienst leisten wollte, weil erfand, daß etwas bei mir zu verdienen war, hinterbrachte, wieich nachher gehört habe, dem alten Manne Lügen oder Wahrheit,die durch das Gerücht auf der ganzen Insel bestätigt wurde».Was mich betrifft, so betrachtete ich Mertoun nie als einenNebenbuhler, da ich sonst einen ehrenvolleren Weg eingcschla-gen haben würde, mich seiner zu entledigen."