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wirklich wohlwollend. Die Menschen haben ihre Neigungennicht in ihrer Gewalt, und es ist die Pflicht eines Kindes, fürdie Woklthaten, welche es empfängt, dankbar zu sein, selbstwenn sie mit Kälte erwiesen werden. Mein Vater hat michzu bilden gesucht, und ich bin überzeugt, er liebt mich; erist unglücklich, und selbst wenn er mich nicht liebte...."
„Er liebt dich anch nicht," sagte Nvrna heftig; „er liebtenie Etwas oder Jemand, sich selbst ansgenommen. Er istunglücklich, aber er verdient sein Unglück. — Q Mordaunt,nur Eines deiner Eltern, — nur Eines liebt dich, wie einenTropfen seines Herzblutes!"
„Ich weiß, daß ich nur Eines habe" — erwiderte Mor-daunt — „meine Mutter ist schon längst todt; aber was duLa sagst, sind Widersprüche."
„Sie sind es nicht — sie sind es nicht," sagte Norna, ineiner Aufwallung des tiefsten Gefühls. „Du hast nur Eines —deine unglückliche Mutter ist nicht todt, — wollte Gott, sie wärees! — aber sie ist nicht todt. Deine Mutter ist von deinenEltern die einzige, die dich liebt, und ich, ich, Mordaunt,"sagte sle, indem sie die Arme um seinen Hals schlang, „bindiese unglückliche — und doch so glückliche Mutter!" —
Sie umschloß ihn bei diesen Worten fest und krampfhaft,und Thräncn, vielleicht die ersten, welche sie seit manchen Jahrenvergossen, flößen in Strömen, während sle an seinem Halseschluchzte. Erstaunt über das, waS er hörte, fühlte und sah,— von ihrer großen Bewegung nicht erregt, aber ungewiß,ob er diesen Ausbruch der Leidenschaft nicht dem Wahnsinnznschreiben sollte, suchte Mordaunt vergebens, das Gemüthdieses außerordentlichen Wesens zu beruhigen.
„Undankbarer Knabe!" sagte sie, „wer anders, als eineMutter hätte so über dich wachen können, wie ich es gethan