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3 (1851) Der Pirat
Entstehung
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Vorsicht abstattcn müssen, innig sein sollte. Wenige Dinge abererhöhen die Fröhlichkeit auf eine natürlichere oder harmlosereArt, alö wenn wir plötzlich aus einer der unbedeutenderen Ver-legenheiten des Lebens befreit werden, und dieß war der Fall indem gegenwärtigen Augenblicke. Sobald der Udallar von derBesorgniß über die Ermüdung seiner Töchter durch zu großeAnstrengung, und über das Mißverhältniß zwischen seiner Eßlustund dem vorhandenen Vorrathe befreit war, fing er an, nor-wegische Lieder zu singen, während er seinen Bergen durch dieDämmerung so munter und rüstig dahin spornte, als ob er die-sen Nachtritt aus freien Stücken machte. Brcnda vereinigte ihreStimme zuweilen mit dem Chor, der in rauheren Tönen auchvon den Dienern wiederholt wurde, da es in jenem einfachenZustande der menschlichen Gesellschaft nicht für ehrfurchtswidriggehalten ward, wenn sie ihre Stimmen mit in den Gesang misch-ten. Minna war einer solchen Erhebung noch nicht wieder fähig:indessen zwang sie sich, bei der allgemeinen Fröhlichkeit nichtganz verschlossen zu bleiben, und schien gegen ihr bisherigesBetragen, seit dem verhängnißvollen Morgen, der das SauetJohannisfest beschloß den gewöhnlichen Antheil an Allem zunehmen; ja, sie beantwortete selbst freundlich und gutwilligdie wiederholten Fragen über ihre Gesundheit, mit denen derUdallar seinen Gesang zuweilen unterbrach. So zogen sie inder Nacht dahin, mit weit froheren Gefühlen, als die, mit denensie am vorigen Morgen den Weg zurücklegtcn, ohne der Be-schwerden der Reise zu achten, und in der Hoffnung auf Ob-dach und eine behagliche Nacht in der verlassenen Hütte, dersie sich jetzt näherten, und die sie als einen dunkeln und ein-samen Aufenthaltsort zu finden erwarteten.

Es war indeß das Loos des Udallars, sich an diesem Tagemehr als einmal in seinen Berechnungen zu täuschen.