„Was weiß ich von ihrem Kinde?" sagte der Udallar, nochrauher, als vorher; „mir ist nur so viel bekannt, daß sie so-wohl vor als nach der Geburt sehr krank war, obgleich wir siedurch Pfeife, Harfe u. s. w. so viel als möglich aufznhciternsuchten. Das Kind war vor der Zeit auf diese unruhige Weltgekommen, und so ist es wahrscheinlich, daß es schon längststarb. Aber du weißt ja nichts von diesen vielen Dingen, alsolaß mich zufrieden, und frage mich nicht weiter über Sachen,nach denen du dich schicklicherwcise nicht erkundigen darfst."
Mit diesen Worten gab der Udallar seinem mnthigen klei-nen Gaule die Sporen, und trabte über Stock und Block da-hin, während des Gaules fester Tritt alle Schwierigkeiten desWeges überwand; er war bald an der Seite der trübsinnigenMinna, und ließ sich nun mit ihrer Schwester nicht weiter inein Gespräch ein, als wenn er Beiden etwas zu sagen hatte.Brenda tröstete sich jetzt nur mit der Hoffnung, daß Minna'sKrankheit ihren Sitz in der Einbildungskraft habe, und daßdie von Nvrna empfohlenen Mittel vielleicht einige WirkungHervorbringen würden, da sie aller Wahrscheinlichkeit nachdanach berechnet sein würden.
Der Weg hatte sie bisher meistens über Moos und Moorgeführt. Diese Einförmigkeit war nur zuweilen durch die Noth-wendigkeit unterbrochen worden, einen Umweg um die obern En-den der lange» Lagunen, Voes genannt, zu machen, welche soin's Land eingreifen, und es dnrchschneiden, daß es, wenn auchdas Festland von Shetland dreißig Meilen lang ist, vielleichtleine Gegend gibt, welche drei Meilen vom Seewasser entferntväre. Jetzt hatten sie indeß das südwestliche Ende der Inselcireicht, und zogen nun an einem ungeheuer» Gebirgrücken hin,der seit Jahrhunderten der Wnth des nordischen Occans undaller Winde, von denen er gepeitscht wird, Trotz geboten hatte.