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sowohl vom Himmel als von der Dachrinne, herabgeströmt war,hatte den verräthcrischen Zeugen hinweggewaschen, wenn je einsolcher vorhanden gewesen war. Alles war frisch und rein, unddie Grashalme, mit Regentropfen belastet und unter ihnen sichbeugend, blitzten in der Hellen Mvrgensonne wie Diamanten.
Während Minna auf das flimmernde Grün hinabblickte, diegroßen, dunkeln Augen, durch den gewaltigen Schrecken nocherweitert, fest darauf geheftet, hing Brenda sich an sie, unddrang in sle, ihr zu sagen, ob und wie sic sich beschädigt habe.
„ES muß mich ein Stück Glas durch den Schuh geschnittenhaben," sagte Minna, welche die Nothwendigkeit cinsah, irgendeinen Vorwand aufzusuchen, „ich batte cs gar nicht gefühlt."
„Und sieh einmal, wie stark es geblutet hat," sagte ihreSchwester. „Liebste Minna," fügte sie hinzu, indem sic ein be-feuchtetes Handtuch holte, „laß mich das Blut abwischen — d»kannst dich vielleicht mehr beschädigt haben, als du denkst."
Indem fle sich aber näherte, wies Minna die angebotencHülfe rauh und heftig zurück, da sie keinen andern Weg sah,die Entdeckung zu verhindern, daß das Blut, mit welchem siebefleckt war, nicht ans ihren Adern gekommen sei. Die armeBrenda, welche sich keines Unrechts bewußt war, das sie ihrerSchwester zugefügt hatte, trat zwei oder drei Schritte zurück,als sie sab, daß ihre Dienste so schnöde verachtet wurden, undsah Minna mit Blicken an, in denen sich zwar mehr dasErstaunen gekränkter Liebe als Unwillen malte, in denen aberauch Mißvergnügen deutlich zu lesen war.
„Schwester," sagte sie, „ich dächte, wir hätten erst gesternAbend unter uns ausgemacht, daß wir uns wenigstens liebenwollen, komme auch, was da wolle."
„ES kann sich zwischen Abend und Morgen auch viel er-eignen," - antwortete Minna, welcher diese Worte eher von