„Ich bin cs, Halcro," flüsterte Minna in so schwachem undleisem Tone, daß man ihn für die Antwort des beschwvrnenGespenstes hätte halten können.
„Du? Du?" sagte Halcro, indem der Ton der Furcht beiihm zu dem des größten Erstaunens überging: „Bei demerbleichenden Mondlichte? Du bist es? Wer würde abererwartet haben, dich, meine liebliche Nacht, in deinem eigenenElement herumwandern zu finden? — Aber, du sahst sie,denk' ich, so gut, als ich — wahrhaftig, es ist kühn genugvon dir, ihnen folgen zu wollen."
„Wem denn? wem denn?" sagte Minna, voll Erwartung,hier einige Aufklärung über den Gegenstand ihrer Furcht undBesorgniß zu erhalten.
„Nun, die Grablichter, die am Hafen tanzten-" antworteteHalcro: „die bedeuten nichts Gutes, sage ich dir — du weißtja, wie es in dem alten Liede heißt:
Wen» die Lelcheufackel lodert,
Ist es stets ein sich'reS Mal,
Daß zum Grabe wird gefordertEiner bald aus uns'rer Zahl.
„Ich ging bis halb zum Hafen, ihnen nachzusehen, aber siewaren verschwunden. Ich meine aber, ich sah ein Boot ab-stoßen — vielleicht Jemand, der noch in See geht. Ich wollte,wir hätten erst gute Nachrichten von dem Fischfänge! — Nornaverließ uns im Zorn, und dann die Grablichter! Nun — Gotthelfe uns unterdessen. Ich bin ein alter Mann, und kann nurwünschen, daß Alles glücklich vorüber wäre. — Aber was istdas, meine artige Minna? Thränen in deinen Augen? —Und jetzt, wo ich dich in vollem Mondlichte sehe, auch barfuß,bei St. Magnus! Gäb' es denn keine Strümpfe auf Shetland,die für diese niedlichen Füße und Knöchel, die so weiß im