von Mexico würde den bravsten von den Schurken, die mich dortausseytcn, nicht haben bewegen können, selbst bei Hellem Tagenur eine Stunde allein auf der Insel zu bleiben; und als sievom Lande abstießen, ruderten sie mit einer solchen Anstrengung,daß sie es nicht einmal wagten, zu dem Eilande zurückzublicken.Hier ließen sie mich also zurück, und ich mußte nun sehen, wieich mich auf einem unfruchlbaren Sandflecke, von dem unermeß-lichen Weltmeere umgeben, und wie Jene glaubten, von bösenGeistern bewohnt, zu ernähren vermöchte."
„Und was geschah?" fragte Minna begierig.
„Ich fristete mein Leben," antwortete der Abenteurer, „aufKosten der Vögel, die mit Recht Seevögcl genannt werden, da sieeinfältig genug waren, mir so nahe zu kommen, daß ich sie mit ei-nem Stocke todtschlagcn konnte, und mit Schildkrötcneiern, als jenegutmüthigen Vögel die Hinterlist des Menschengeschlechtes kennenlernten, und mich daher nicht mehr so nahe kommen ließen."
„Und die Dämonen, von denen Ihr sprächet ?" fuhr Minna fort.
„Ich hatte ihretwegen meine geheimen Besorgnisse," sagteCleveland; „sowohl bei Hellem Tage, als wenn cs ganz finsterwar, fürchtete ich mich eben nicht sehr vor ihnen; allein in dernebelichten Morgendämmerung, oder wenn der Abend hereinbrach,sab ich, in der ersten Woche meines Aufenthaltes auf dem Key»manches bleiche vorübergleitendc Gespenst. Bald glich es einemSpanier in einem rund um ihn geschlagenen Mantel, und mit ge-waltigem Hute, so groß wie ein Sonnenschirm, auf dem Kopfe— bald einem holländischen Matrosen mit seiner rauhen Mützeund seinen Pluderhosen — bald einem indianischen Caziken, mitseinem Hauptschmncke von Federn, und seinem Speer von Rohr."
„Und nähertet Ihr Euch nie, sie anzureden?" fragte Minna.
„Ich näherte mich ihnen jedesmal," erwiderte der Seemann,„allein — es thut mir leid, meine schöne Freundin, daß ich