145
dahinbringen, mich in seine Familie ansznnehmen? Wer wirdsich um die Länge einer Seereise kümmern, wenn man sicherist, daß sie sich mit Glück endet?"
„Träumt nicht von einem solchen Ausgange," sagte Minna,„es ist unmöglich. So lange Ihr in meines Vaters Hause wohnt,seines Beistandes genießt, an seinem Tische styt, werdet Ihreinen edelmüthigcn Freund, einen aufrichtigen Wirth an ihmhaben; rührt ihn aber da an, wo sein Name und seine Familiemit in's Spiel kommen, und der offene, unbefangene Udallarwird als der hochfahrende, stolze Nachkomme eines norwegischenJarlS vor Euch stehen. Seht, nur der Verdacht eines Augen-blicks ist ans Mordaunt Mertoun gefallen, und er hat aus seinemHerzen den Jüngling verbannt, den er einst wie einen Sohnliebte. Mit seinem Hanse kann sich Niemand verbinden, dernicht von unbefleckter nordischer Abkunft ist."
„Und das bin ich vielleicht, so viel mir wenigstens darüberbekannt ist," sagte Cleveland.
„Wie?" sagte Minna, „habt Ihr irgend einen Grund, zuglauben, daß Ihr norwegischer Abkunft seid?"
„Ich habe Euch schon früher gesagt." erwiderte Cleveland,„daß mir meine Familie gänzlich unbekannt ist. Ich verlebtemeine frühesten Tage auf einer einsamen Pflanzung, auf derkleinen Insel, Tortuga, unter der Aufsicht meines Vaters,welcher damals ein ganz anderer Mann war, als er späterwurde. Wir wurden von den Spaniern ausgeplündcrt unddadurch so arm, daß mein Vater, aus Verzweiflung und ausDurst nach Rache, zu den Waffen griff, und nachdem er sichan die Spitze eines kleinen Haufens von Leuten gestellt hatte,die sich in den nämlichen Umständen befanden, ein sogenannterBuccanier wurde und gegen die Spanier kreuzte, und nachmanchem Wechsel von Glück und Unglück, als er einst einer
Pirat, ii. 10