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3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
140
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Und könnt Ihr vergesse», wie er Brenda, wie er Euchselbst, wie er Euer ganzes Haus behandelt hat?"

Alles das vergebe ich ihm," sagte Minna,und Ihr solltetdas nicht ebenfalls thu» können, da er Euch doch in der Thatnichts Böses zugefügt hat?"

Clcveland sah zur Erde und hielt einen Augenblick innc,dann hob er sei» Haupt empor und entgegncte:Ich könnteEuch leichter hintergehen, Minna, und Euch versprechen, was«ine Unmöglichkeit ist, wie meine Seele sagt: allein ich mußmich so oft gegen Andere verstelle», daß ich gegen Euch ganzaufrichtig sein will. Ich kann dieses jungen Mannes Freundnicht sein; es ist eine natürliche Abneigung, ein instinktar-tiger Widerwille, ein gewisses Etwas, das in unfern beidenGemüthern liegt, und uns, Einen den Andern, zuwider macht.Fragt ihn selbst, und er wird Euch sagen, daß er dieselbe Ab-neigung gegen mich hegt. Die Verpflichtung, die er mir auf-erlegte, war ein natürlicher Zwang für meinen Groll: aberdieser Zwang erbitterte mich so, daß ich in die Kette gebissenhaben könnte, bis meine Lippen blutig gewesen wären."

Ihr habt Eure eiserne Maske, wie Ihr sie nennt, solange getragen," antwortete Minna,daß Eure Züge, selbstwenn Ihr sie abnehmt, noch das Starre derselben behalten."

Ihr thut mir unrecht, Minna, und Ihr seid böse aufmich, weil ich offen und gerade gegen Euch bin. Offen undgerade heraus will ich aber auch sagen, daß ich nicht MertounSFreund sein kann, daß cs aber auch seine, und nicht meineSchuld ist, wenn ich je sein Feind werde. Ich will ihm nichtzu nahe treten, allein fordert nicht von mir, daß ich ihn lie-ben soll. Seid aber auch überzeugt, daß es vergeblich sei»würde, wenn ich mich bemühte, dieß zu thun, denn sobald ichSchritte thäte, mir sein Vertrauen zu erwerben, würde ich