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gab; allein das Nervensystem des armen Mädchens war durchdie furchtbare Erzählung, die sie gehört hatte, so erschüttertworden, daß ste, als sie aus der Ohnmacht wieder zn sich kam,trotz ihrer Anstrengnng, sich zn fassen, einen ziemlich anhalten-den hysterischen Anfall bekam. Auch dieser wich indeß derErfahrung der alten Enphane Fea, welche mit den einfachen,auf Shetland gewöhnlichen Heilmitteln sehr wohl bekannt war,nnd die die Kranke znm Schlummer brachte, nachdem ste ihreinen nictcrschlagenden, ans Kräutern und wilden Blumenbereiteten Trank gereicht hatte. Minna legte sich zu ihr nieder,küßte ihre Wange und suchte in den Armen des Schlafes Ruhe;allein je sehnlicher sie ihn herbeirief, desto mehr schien er ihreAugen zu fliehen, und wenn sie z» Zeiten im Begriff war, ein-zuschlummern, so tönte die Stimme der unfreiwilligen Vater-mörderin in ihre Ohren und erweckte sie zu wahrem Bewußtsein.
Die frühe Morgenstunde, zu der ste aufznstehen gewohntwaren, fand die Schwestern in einem Zustande, welcher vondem ganz verschieden war, den man hätte erwarten sollen.Ein sanfter Schlaf hatte das Feuer von Brcnda's Hellem Augeund die Rosen auf ihrer blühenden Wange wieder hervorgc-rufen, und die vorübergehende Unpäßlichkeit der vorigen Nachthatte in ihrem Blicke eben so wenig Berstörung zurückgclassen,als die Schrecken von Norncsss Erzählung in ihrer Einbildungs-kraft. Minna's Blicke waren dagegen trübe, sie selbst schienniedergeschlagen und von Wachen und Angst erschöpft. DieSchwestern sprachen Anfangs wenig miteinander, als ob siesich fürchteten, einen Gegenstand zu berühren» der eben so er-schütternd sei, wie der Auftritt der vergangenen Nacht. Erstnachdem sie, wie gewöhnlich, ihre Andacht gemeinschaftlich ver-richtet hatten, ward Brenda, während sie ihrer SchwesterMieder schnürte — denn Beide leisteten sich bei dem Ankleiden