und unzertrennlicheres Glied unseres Kreises. Und nun leb'wohl; Norna hofft, meinen Vater mit dir anszusöhnen, undläßt dich bitten, Bnrgh-Westra morgen noch nicht zu verlassen,so kalt auch mein Vater und meine Schwester gegen dich seinmögen. Auch ich," sagte sie, indem sie ihm die Hand reichte,„muß die Maske kalter Freundschaft gegen den unwillkommenenGast tragen, aber im Herzen sind wir noch immer Brendaund Mordaunt. Und nun müssen wir uns schnell trennen,denn man darf uns nicht beisammen sehen."
Sie reichte ihm mit diesen Worten ihre Hand, zog flc abermit leichter Verwirrung lächelnd und erröthend zurück, als ersie, von einem natürlichen Gefühle getrieben, an seine Lippendrücken wollte. Einen Augenblick versuchte er es, sle zurück-zuhalten, denn die Zusammenkunft hatte einen Zauber für ihn,den er noch nie empfunden hatte, so oft er auch früher mitBrenda allein gewesen war. Sie riß sich indeß von ihm los,winkte ihm noch ein Lebewohl zu, zeigte ans einen Weg, dernach einer andern Richtung führte, als die, welche sie selbstverfolgen wollte, eilte nach dem Hause zu, und war bald hinterder Anhöhe verschwunden.
Mordaunt blickte ihr in einer GemüthSstimmnng nach, dieihm bis jetzt fremd gewesen war. Es kann Jemand auf demzweifelhaften neutralen Grunde und Boden zwischen Freund-schaft und Liebe lange und sicher einhergehen, aber er siehtsich endlich doch plötzlich aufgefvrdert, die Oberherrschaft, dereinen oder der andern Macht anzncrkennen; und dann trägtes sich häufig zu, daß der, welcher sich Jahre lang nur füreinen Freund hielt, sich auf einmal in einen Liebhaber umge-wandelt findet. Daß eine solche Veränderung in MordauntsGefühlen von diesem Augenblicke an Vorgehen würde, obgleicher nicht im Stande war, deren eigentliche Beschaffenheit zu