33
„Erst seit diesem Morgen, Brenda," antwortete Mordannt,„könnte mich ein Beweis der Freundschaft oder Vertraulichkeitvon dir oder deiner Schwester befremden. Ich bin bei weitemmehr darüber verwundert, daß du mich ohne Grund schon soviele Stunde» lang gemieden hast, als daß du mir jetzt eineZusammenkunft »erstattest. Sage mir um des Himmels willen,Brenda, womit habe ich dich beleidigt? Oder warum stehenwir auf so ungewöhnlichem Fuße?"
„Ist cs dir nicht genug, wenn ich dir sage," erwiderteBrenda, „daß es meines Vaters Wille ist?"
„Nein, das ist nicht genug," entgegnete Mertoun. „DeinVater kann seine Gesinnung und sein Benehmen gegen mich nichtso plötzlich geändert haben, ohne daß eine grobe Täuschung aufihn wirkte. Ich verlange von dir nur zu wissen, worin dieseTäuschung besteht, denn ich will in deiner Achtung niedrigerstehen, als der geringste Knecht auf diese» Inseln, wenn ichnicht beweise, daß diese Sinnesänderung sich nur ans einenniederträchtigen Betrug, oder auf einen ganz ungewöhnlichenJrrtbnm gründet."
„Es mag so sein," sagte Brenda; „ich hoffe, es ist so,und daß ich dies; hoffe, dafür mag dir mein Wunsch, dichheimlich zu sprechen, der stärkste Beweis sein. Aber es istschwer, — kurz, es ist mir unmöglich, dir die Ursache von derErbitterung meines Vaters gegen dich mitzutheilen. Nornahat gerade heraus darüber mit ihm gesprochen; ich fürchte,sie schieden in Unfrieden von einander, und du weißt wohl,daß das nicht wegen etwas Unbedeutendem geschehen konnte."
„Ich habe öfters bemerkt," sagte Mordannt, „daß deinVater sehr viel ans Norinsss Rath hält, und daß er sich ihreSonderbarkeiten leichter gefallen läßt, als die anderer Leute;das habe ich allerdings bemerkt, wenn er auch an die über-
Pirat. II. z