132
zu finden, daß das Resultat seiner Betrachtungen für de» Frem-den ungleich weniger günstig ausfiel, als er selbst gedacht hätte.Es schien Mordaunt, als ob in dem ganzen Wesen des Man-nes ein abstoßender Einfluß läge. Zwar war er nnläugbarein schöner Mann, von freiem, einnehmendem Wesen, allein esäußerte sich in Allem, was von ihm ausging, eine Anmaßung,welche Mordaunt durchaus nicht behagen wollte. Obgleich ereifriger Jäger genug war, um sich über seine Flinte mit demspanischen Laufe zu freuen, und sie deßwegen mit großem Ver-gnügen anlegte und absetztc, und die kleinsten Theile am Schlosseund den Verzierungen mit großer Aufmerksamkeit besah, sokonnte er sich doch im Ganzen über die Art, wie er sie er-worben hatte, gewisser Bedenklichkeiten nicht erwehren,
„Ich hätte sle nicht annehmen sollen," dachte er bei sich;„vielleicht sieht Capitain Cleveland sie als eine Art von Be-zahlung für den kleinen Dienst an, den ich ihm geleistet habe,und doch würde es, bei der Art, wie sie mir angebotcn wurde,unfreundlich sein, sie nicht allzunehmen. Ich wünschte, er hättemehr an sich, wodurch es Einem Vergnügen machen konnte,ihm verpflichtet zu sein."
Ein glücklicher Jagdtag söhnte ihn indessen mit der Flinteaus, und gab ihm die Ueberzeugling, welche die meisten jungenJäger unter solchen Umständen gewinnen, daß, im Vergleichmit seiner Flinte, alle übrigen nur Knallbüchsen wäre». AberMöwen und Seehunde erlegen, wo man sich an Franzosen undSpanier wagen, wo man Schiffe entern und Steuermännerwegschießen konnte — war doch eine einförmige und verächtlicheBestimmung. Sein Vater hatte davon gesprochen, daß er dieInseln verlassen sollte, und seine Unerfahrenheit wußte von kei-ner andern Beschäftigung, als von der auf dem Meere, mit demer von Kindheit an vertraut gewesen war. Sein Ehrgeiz hatte