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3 (1851) Der Pirat
Entstehung
Seite
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ser angelegt, als manche, die in derWelt als unbezweifelteThat-sachen verkündet werden. Aber ach! die schärfsten Beobachterkonnten den Hauptpunkt nicht entdecken, nämlich, zu welcherder Jungfrauen Mordaunt sich vorzüglich Hinneige. Er schienim Allgemeinen sich so gegen sie zu benehmen, wie ein zärtlicherund liebevoller Bruder gegen zwei Schwestern, die ihm beideso theucr sind, daß ein Hauch die Wagschale der Neigungauf die eine oder die andere Seite Niederdrücken würde.Wenn auch, was öfter geschah, zu Zeiten die eine Jung-frau der bestimmtere Gegenstand seiner Aufmerksamkeit zusein schien, so war dieß augenscheinlich nur deßhalb derFall, weil die Umstände ihre eigenthümlichen Talente undStimmung in bestimmten und unmittelbaren Anspruchnahmen.

Beide waren in der einfachen Musik des Nordens be-wandert, und Mordaunt, der stets daran Theil nahm, wennsie diese herrliche Kunst übten, der auch wohl Lehrerstelleversah, suchte vielleicht, jetzt Minna bei der Erlernung diesernatürlich wilden, feierlichen und einfachen Gesänge behülf-lich zu sein, durch welche die alten Skalden und Harfnerdie Thaten der Helden verherrlichten; und schien kurz nach-her mit eben der Dienstfertigkeit Brenda die lebendigerenund künstlicheren Tvnstücke zu lehren, welche ihr Vater ausder Hauptadt Englands oder Schottlands zum Gebrauchseiner Töchter kommen ließ. Wenn Mordaunt mit ihnensprach, so ging er, dem neben der raschen und unlenkba-ren Fröhlichkeit der Jugend zugleich ein tiefes und leben-diges Gefühl eigen war, eben so leicht in die wilden unddichterischen Träumereien Minna's ein, wie in das leben-dige, oft launige Geschwätz der fröhlicheren Schwester.Kurz, er schien sich einer der beiden Jungfrauen so wenig