II
Mr. Mcrtoun, — aber was Jarlshof betrifft — der Ort ist sehrunwohnlich; Ihr mögt nun gekommen sein, woher Ihr wollt,so bin ich überzeugt, Ihr werdet, wie andere Reisende, sagen,Ihr wäret ans einem besseren Klima, als unseres, gekommen,denn so sprecht ihr Alle. Und doch wollt Ihr Euch an einenOrt zurückzichen, wo selbst die Eingeborenen nicht bleibenmögen! — Wollt Ihr Euer Glas nicht nehmen? (dieß kamso mitten inne) — Nun, Eure Gesundheit!"
„Mein guter Sir," antwortete Mertoun, „ich mache mirnichts aus dem Klima; ist nur Luft genug da, um meineLungen anzufüllen, so kümmere ich mich wenig darum, ob ichdie von Arabien oder von Lappland athme."
„Luft könnt Ihr genug haben," entgegnete Magnus, „daranfehlt es nicht — sie ist zwar etwas feucht, wie Fremde be-haupten wollen, aber wir wissen, was dagegen hilft — EureGesundheit, Mr. Mertoun! — Das müßt Ihr schon lernen,und eine Pfeife zu rauchen, und dann werdet Ihr, wie Ihrsagt, die Luft von Shetland eben so gut wie die von Arabienfinden. Habt Ihr denn aber Jarlshof gesehen?"
Der Fremde sagte, das hätte er nicht.
„Nun," sagte Magnus, „dann habt Ihr auch keinen Be-griff von dem, was Ihr unternehmt. Wenn Ihr glaubt, daßcs eine bequeme Rhede sei, wie diese, wo das Haus am Ufereines See's von Salzwasser liegt, wo die Häringe bis zuEurer Thüre kommen, so irrt Ihr Euch, mein Herr. In Jarls-hof seht Ihr nichts als die wilden Wellen, welche über diekahlen Felsen stürzen, und die Strömung von Sumburgh,welche in einer Stunde fünfzehn Knoten zurücklegt."
„So werde ich doch nichts von dem Strome der mensch-lichen Leidenschaften sehen," sagte Mertoun.
„Ihr werdet nichts als das Gekrächz und Geschrei der