Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
165
Einzelbild herunterladen
 

165

gann, feuerte er eine Pistole auf ihn ab, ob mit tödtlichem Erfolge,weiß ich nicht; dann rief er:theiltEuch und verfolgt den Schur-ken! Hundert Guineen dem, der Robin den Rothen wiederfängt!"

Die Ufer des Stromes wurden nun ein Schauplatz der lebhaf-testen Verwirrung. Robin der Rothe, den Evan ohne Zweifeldurch die Lösung des Sattelgurtes frei gemacht hatte, war von demPferde heruntergeglittcn, untergctaucht und unter dem Bauche desPferdes zur Linken weggeschwommcn. Da er aber genöthigt war,auf einen Augenblick hervorzukommen, um Athem zu schöpfen,verrieth ihn der Schimmer seines bunten Plaids. Einige Reiterstürzten sich in den Strom, ohne alle Rücksicht auf ihre eigeneSicherheit vordringend, zuweilen mit den Pferden schwimmend,zuweilen sie verlassend und für ihr Leben kämpfend. Andere,die weniger eifrig und vorsichtiger waren, zerstreuten sich in ver-schiedenen Richtungen, und sprengten an den Ufern auf und nieder,um die Stellen zu bewachen, an denen der Flüchtling vielleicht lan-den konnte. Das wiederholte Geschrei, das Rufen um Beistandan verschiedenen Orten, wo man eine Spur des Entkommens sah,oder zu sehen glaubte, der Schall der Pistolen- und Carabincr-Schüsse, die auf jeden Gegenstand abgefcuert wurden, der denmindesten Verdacht erweckte; der Anblick so vieler Reiter, die inund außer dem Flusse umher ritten, und ihre langen Schwerter ge-gen Alles richteten, was ihre Aufmerksamkeit erregte; die vergeb-lichen Bemühungen der Officiere, die Ordnung herzustellen; allesdies in einer so wilden Gegend, und in dem schwankenden Zwielichteines Herbstabends, bildete das seltsamste Schauspiel, das ich jeerlebt habe. Ich war allein gelassen, und konnte Beobachtungenmachen, denn die ganze Reiterei hatte sich zerstreut, um nachzu-setzen, oder wenigstens den Ausgang der Verfolgung zu sehen.Wie ich schon damals vermuthetc, und später mit Gewißheit er-