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2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
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Sic gab ihren Begleitern einen kurzen Befehl in gaelischcrSprache. Zwei Männer ergriffen den knieend Flehenden, undführten ihn schnell an den Rand einer Klippe, die über den Seehing. Er stieß das durchdringendste, fürchterlichste Geschrei aus,das je die Angst ausprcßte ich kann es wohl gräßlich nennen,denn es störte noch Jahre lang nachher meinen Schlaf. Als dieMörder, oder die Henker, wie man sie nennen will, ihn fortzogcn,erkannte er mich, selbst in diesem Augenblicke des Entsetzens, undrief mir mit den letzten deutlichen Worten, die ich von ihm hörte,zu:O, Mr. Osbaldistone, rettetmich! rettetmich!"

Ich war von diesem gräßlichen Schauspiele so erschüttert, daßich, obgleich in beständiger Erwartung, sein Schicksal zu theilen,für ihn zu sprechen versuchte, aber meine Fürbitte wurde zornigzurückgcwiescn, wie sich dies erwarten ließ. Das Opfer wurdevon Einigen festgehalten, während Andere einen schweren Steinin einen Plaid banden, und diesen um seinen Nacken schlangen,indem wieder Andere ihn gierig eines Thciles seiner Kleider be-raubten. Halb nackt, und so gefesselt, stürzten sie ihn in den See,der hier zwölf Fuß tief war, und übcrtäubten seinen letzten Angst-ruf mit einem lauten Frcudengeschrei der befriedigten Rache, durchdas man dennoch den Schrei der Todesangst deutlich vernehmenkonnte. Die schwere Last sank in die dunkelblauen Fluthen desSees, und die Hochländer mit den Streitäxten und Schwertern,wachten einige Augenblicke, ob der Unglückliche sich von seiner Lastbefreien, und das Ufer wieder zu erreichen suchen würde. Aberder Knoten war fest geschürzt gewesen; das Schlachtopfer sankohne Widerstand; die Wellen, die sein Fall gestört hatte, flössenruhig darüber hin, und das Leben, für dessen Schonung man soeifrig gebeten, war für immer der Summe menschlicher Existenzentrissen.