Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

same Uebung veranlaßte, allein er blieb auf jenem Gipfel ein zu auf-fallender Gegenstand, als daß er den scharfen Blicken der Hochlän-der halte entgehen können, sobald sie Zeit gewannen, sich ein wenigumzusehen. Ein wildes, lautes Geschrei der Sieger verkündeteuns, daß man ihn entdeckt hatte, und sogleich eilten Mehrere in dasGebüsch und erstiegen die felsige Seite des Hügels nach dem Ortezu, wo sie die seltsame Erscheinung wahrgenommen hatten, inverschiedenen Richtungen.

Die, welche sich dem armen Andrew zuerst auf Schußweitenäherten, nahmen sich nicht die Mühe, ihm in seiner bedenklichenLage Beistand anzubieten, sondern legten ihre langen Gewehre an,und gaben ihm durch unzweideutige Zeichen zu verstehen, daß ersuchen sollte, herab zu kommen, und sich ihnen auf Gnade und Un-gnade ergeben müsse, wenn er nicht eine Zielscheibe für ihre Ge-wehre werden wollte. Bei einem so fürchterlichen Winke konnteAndrew nicht säumen, das Wagestück zu unternehmen. Die größereGefahr machte ihn unempfindlich gegen die scheinbar geringere, under begann von dem Felsen hinabzusteigen, indem er Epheu, Eichcn-stubben und vorragende Felsstücke mit beinahe fieberhafter Angstergriff. So oft er eine Hand frei hatte, streckte er sie gegen dieunten Stehenden aus, als ob er sie bitten, wollte, die angelegtenGewehre nicht loszudrücken. Die Ungeschicklichkeit, mit der An-drew Herabstieg, ergötzte die Hochländer sehr, und sie feuerten wäh-rend dessen einige Male, wie ich glaube, nur um den Spaß zuvermehren, den ihnen seine gewaltige Angst und seine nach jedemSchüße erhöhte Behendigkeit machte.

Endlich gelangte er auf festern und ebenem Boden, oder richti-ger ausgedrückt, sein Fuß glitt auf dem letzten Felsenabsatze aus,und er fiel der Länge nach auf die Erde, wo ihm die Hochländer be-hülflich waren, und ihm, eh'er wieder auf den Beinen stand, nichtnur den ganzen Inhalt seiner Laschen raubten, sondern ihm auch

U*