Druckschrift 
2 (1851) Robin der Rothe
Entstehung
Seite
100
Einzelbild herunterladen
 

100

Ihr auch auf dem Wege aus Mangel eines Führers und Rathge-bers, versinken und umkoinmcn solltet. Wer dahin geht, woRobin der Rothe hauset, der versucht die Vorsehung."

Robin der Rothe?" fragte ich etwas befremdet;ich kennekeinen Menschen dieses Namens. Was sind das für neue Possen,Andrew?"

Es ist hart," sagte Andrew,sehr hart, daß man einemManne nicht glaubt, wenn er die reine Wahrheit spricht, blos weiler zuweilen, wo's nöthig ist, ein wenig lügt. Ihr braucht nichtzu fragen, wer Robin der Rothe ist, der Erzräuber der! Gottverzeih' mir's! Ich hoffe, es hört uns Niemand da Ihr einenBrief von ihm in der Tasche habt. Ich hörte, wie einer seiner Ge-hüsten das alte Thier von'einer Wirthin bat, ihn Euch zu geben.Siedachten, ich verstände ihr Kauderwelsch nicht, aber wennich'H,gleich nicht viel sprechen kann, errieth ich doch recht gut, wovonsie redeten. O, Mr. Frank, alle Thorhciten Eures Oheims undalle Streiche Eurer Vettern sind nichts dagegen! Trinkt denvollen Humpen aus, wie Sir Hildebrand, fangt den Morgen mitBranntweinbrocken an, wie Squire Percival, prahlet wie SquireThorncliff, lauft den Mädchen nach, wie Squire John, spielt wieDig, gewinnt dem Papst und dem Teufel Seelen, wie Rashleigh,lärmt und tobt, entheiligt den Sabbath und thut des Papstes Ge-bote, wie sic Alle zusammen aber bei dem barmherzigen Him-mel, sorgt für Euer junges Blut, und kommt Robin dem Rothennicht zu nahe!"

Die Besorgnis des Gärtners war zu aufrichtig, als daß ich siefür Verstellung hätte halten können. Ich begnügte mich indes,ihm zu sagen, daß ich im Wirthshause zu übernachten gedächte,und empfahl ihm, gut für die Pferde zu sorgen. Uebrigens legteich ihm das strengste Stillschweigen über den Gegenstand seiner Be-unruhigung auf, und gab ihm die Versicherung, daß ich mich nicht